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Saudi-Arabien kennt keine Quoten mehr

■ Bald Ölpreis unter fünf Dollar? / Rückkehr zu Quoten nur, wenn andere mitziehen

Riad (dpa) - Saudi-Arabien fühlt sich nicht länger an die Produktionsquoten der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) gebunden und steigert seine Förderung weiter. Dies bestätigte das größte Ölförderland in der Opec am Montag abend in Riad in einer offiziellen Mitteilung nach dem Besuch des irakischen Ölministers Issam Abdul Rahim.

Irak gehört zu den Mitgliedsländern der Organisation, die seit dem Waffenstillstand im Konflikt mit Iran mit einer gewaltigen Produktionssteigerung stark zum Verfall der Ölpreise beigetragen haben und sich bereits bei Festlegung der Kartell-Quoten ausgeklammert hatte. Saudi-Arabien will nach den Angaben in der Mitteilung nicht länger Öleinnahmen durch freiwilligen Verzicht auf Förderung einbüßen. „Das Königreich hat mit der schrittweisen Verringerung seiner Produktion von zehn Millionen Barrel täglich auf 4,3 Millionen Barrel in der Vergangenheit genug Opfer gebracht“, hieß es.

Riad sei aber bereit, seine Förderung wieder zurückzunehmen, „wenn alle anderen Mitgliedsländer zu ihren Quoten zurückkehren“. Experten werteten die Stellungnahme als klaren Hinweis Saudi-Arabiens vor der für den 20.Oktober anberaumten Krisensitzung des Opec-Preis- und Marktüberwachungsausschusses, daß es bei einer Neuverteilung der Opec-Quoten keine Kürzung seines Anteils hinnehmen werde. Opec-Generalsekretär Subroto hatte vor wenigen Tagen geschätzt, daß Saudi-Arabien seine Förderung bereits um 1,2 Millionen Barrel täglich (ein Barrel 159 Liter) über die offizielle Quote von 5,6 Millionen Barrel täglich angehoben hat. Er schloß zugleich einen weiteren Verfall der Ölpreise auf bis zu fünf Dollar je Barrel nicht aus, falls die Produktion weiter angekurbelt werde.

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