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Saskia Esken will SPD-Chefin bleibenEs kracht nicht, aber es rumpelt

Stefan Reinecke

Kommentar von

Stefan Reinecke

Saskia Esken will wieder als SPD-Chefin antreten. Doch die Art der Ankündigung wirkt unsouverän. Und erinnert an die SPD von früher.

D ie SPD wirkt in den Koalitionsverhandlungen entspannt. Die FDP sucht leicht fiebrig nach ihrer Rolle in der Ampel, zwischen neoliberaler Vetomacht und produktiver Partnerschaft. Die Grünen melden, langsam nervös, Machtansprüche an und fürchten, nicht zur Geltung zu kommen. Die SPD wirkt ausgeglichen, fast stoisch. Oder wirkte?

Beim Parteivorsitz kracht es nicht, aber es rumpelt. Saskia Esken will nun wieder antreten. Warum kommt diese Entscheidung erst jetzt, nachdem Fraktionschef Rolf Mützenich öffentlich die Ansage gemacht hatte, dass Ministerin und Parteichefin nicht in Betracht komme? Damit hatte Mützenich Recht. Die Trennung von Partei und Regierungsamt war ja der Slogan, mit dem Esken und Walter-Borjans 2019 angetreten waren. Die SPD-Spitze muss eine eigene Stimme haben. Parteien, die zur Kulisse der Regierung werden, enden wie die CDU derzeit.

Geschickt wäre gewesen, wenn Esken zeitgleich mit Walter-Borjans Amtsverzicht erklärt hätte, dass sie Parteichefin bleiben will. Jetzt ist der Eindruck entstanden, dass die SPD-Spitze für sie zweite Wahl ist, weil ein Ministeramt unsicher schien. SPD-Chefin als Trostpreis? Beim SPD-Vorsitz spielen derzeit politische Überlegungen eine geringe Rolle – und die Karrierepläne der Beteiligten eine sehr große.

Strategisch kann trotzdem alles noch gut aufgehen. Eine Parteispitze mit Esken (60 Jahre, linker Flügel) und Lars Klingbeil (43 Jahre, rechter Flügel) könnte integrativ und selbstbewusst sein. Dass die SPD-Frauen nun eine Generalsekretärin fordern, ist einsichtig. Juso-Chefin Jessica Rosenthal ist eloquent, mutig und selbstbewusst. Sie wäre eine gute Wahl.

Die SPD hat allen Grund, selbstbewusst zu sein. Wegen des Wahlsieges. Und mehr noch, weil sie die lange Phase der Krise zuvor ohne jene personellen Scharmützel überstand, die lange typisch für die Partei waren. Wenn sie diese Tugend wieder verliert, ist es mit Stabilität und innerer Balance bald wieder vorbei.

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Stefan Reinecke

Stefan Reinecke Korrespondent Parlamentsbüro

Stefan Reinecke arbeitet im Parlamentsbüro der taz mit den Schwerpunkten SPD und Linkspartei.
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4 Kommentare

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  • Däh&Zisch - Mailtütenfrisch - stellt auf:

    “Spechte haben eine rote Kappe Glückauf!







    Eine Parteispitze mit Esken (60 Jahre, linker Flügel) und Lars Klingbeil (43 Jahre, rechter Flügel) "

    Und Uwe Seeler (85) als Mittelstürmer.“

    kurz - Esken-Garincha mit je O&XBein.



    Klingbeil - “kommt aus der Tiefe des Raunens!“



    & Däh! =>



    Uns Uwe der einzige Kopfspezialist a ⚽️.

    Na Servus

  • Das krampfhafte Bemühen der Presse hier eine Story draus zu machen...seufz.

  • Liggers. “Der SPD-Chefin…“ ist zwar grammatikalisch möglich=>



    (“…ist alles wumpe!“;) - hier aber doch genderneutral recht rumpelig - wa! - 🙀 -

    kurz => laut malerischer Journailleismus. Gelle.



    You made my day - 🎃 -

  • Mir erscheint es nicht inmittelbar plausibel, warum Ministerinnenamt und Parteivorsitz sich ausschließen sollten … zumal der Parteivorsitz in der SPD als Doppelspitze konzipiert ist und der zweite Part Lars Klingbeil zugedacht ist, der ja wohl nicht als Minister in das Bundeskabinett eintreten soll/will. Die „Unabhängigkeit“ der Partei von der Bundesregierung bliebe so doch auf alle Fälle gewahrt … und ich erinnere an Zeiten, in denen Parteivorsitz und Kanzleramt auch in der SPD in einer Hand lagen (Brandt, Schröder).



    Liegen für Stefan Reinecke die Bedenken möglicherweise in der Person Saskia Eskens begründet?