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Samsung-Chef inhaftiert: Wie das Smartphone, so der Sohn

taz | Zum ersten Mal in der fast 80-jährigen Unternehmensgeschichte ist der Chef des südkoreanischen Samsung-Konzerns verhaftet worden. Lee Jae-yong wird sein Urteil auf sieben Quadratmetern abwarten müssen, auf einem kargen Futon schlafen und nur eine „Hocktoilette“ haben.

Der 48-jährige Lee soll Bestechungsgelder von umgerechnet über 30 Millionen Euro an eine Jugendfreundin der umstrittenen Präsidentin Park gezahlt haben, gegen die gerade ein Amtsenthebungsverfahren läuft. Im Gegenzug soll die Regierung den Zusammenschluss von zwei Samsung-Tochterfirmen genehmigt haben. Die Fusion gilt als wichtiger Schritt für den Samsung-Kronprinzen, seine Kontrolle über die Samsung-Gruppe zu zementieren.

Während die gewerkschaftsnahe Linke die Entscheidung der Richter gelobt hat, sorgen sich die konservativen Kräfte nun um die Wirtschaft des Landes. Samsung macht mehr als ein Viertel des Bruttoinlandsprodukts von Südkorea aus. Das Konglomerat baut nicht nur Smartphones, sondern auch Schiffe, Apartments und Kühlschränke, es gibt von Samsung Kreditkarten, Lebensversicherungen, Universitäten und Freizeitparks.

Samsung haftete bislang der Ruf an, über dem Gesetz zu stehen. Lee Jae-yongs Vater, der seit 2014 im Koma liegt, wurden vor sieben Jahren ähnlich schwere Bestechungsvorwürfe zur Last gelegt. Er kam mit einer Bewährungsstrafe davon – der übliche milde Urteilsspruch, wenn die Wirtschaftselite auf der Anklagebank sitzt.

Ein härteres Urteil gegen Lee Jae-yong könnte nun eine Signalwirkung haben. „Bislang sind alle südkoreanischen Präsidenten daran gescheitert, die engen Verflechtungen zwischen Konglomeraten und Regierung zu reformieren“, sagt der US-Journalist Geoffrey Cain, der für Recherchen zu einem Samsung-Buch über 100 Manager des Unternehmens interviewt hat.

Fabian Kretschmer

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