: Sag mir, wo die Mädchen sind...
■ betr.: Foto zum Artikel „Bauboom an der Küste“, taz vom 19.11.94
Kinder sind wie Menschen überhaupt entweder männlich oder weiblich, entweder Mädchen oder Jungen. [...]
Kinder in Mexiko. Kinder in Nicaragua. Kinder in Bosnien, Kinder im Ruhrpott. Und fast immer, zu 99,9 Prozent sind es Jungen, die Ihr veröffentlicht. Was daran ärgerlich ist, das Leben von Mädchen wird nicht dokumentiert. Schlimmer noch. Die taz behauptet: So leben auch Mädchen in Mexiko etcetera. Dabei wäre alarmierend festzustellen, wie selten Mädchen in der Öffentlichkeit auftauchen.
Bei den „Kindern am Strand von Loucura“ ist mir dann endlich der Kragen geplatzt. Ganz gewiß sind es Straßenjungen, die arm sind. Aber sie sind am Strand und spielen Ball. Ausschließlich Jungen. Kein einziges Mädchen ist unter diesen Kindern. Wo sind die Mädchen? Die Mädchen, die so arm dran sind wie diese Jungen? Im Bordell? Beim Geld verdienen? Fürs Essen? Auf jeden Fall sind sie nicht am Strand von Loucura. Viola Roggenkamp, Hamburg
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