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Russland und DeutschlandZoff über Ban-Nachfolge

Wer folgt dem scheidenden UN-Generalsekretär Ban Ki Moon? Merkel soll sich laut Moskau für EU-Kommissarin Georgieva starkgemacht haben. Berlin dementiert.

dpa | Wegen der Nachfolge für den scheidenden UN-Generalsekretär Ban Ki Moon gibt es diplomatischen Ärger zwischen Deutschland und Russland. Die Bundesregierung wies am Montag in scharfer Form eine Äußerung des russischen Außenministeriums zurück, wonach sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beim jüngsten G20-Gipfel in China für die bulgarische EU-Kommissarin Kristalina Georgieva als neue Generalsekretärin stark gemacht habe.

Der Sprecher des Auswärtigen Amts, Martin Schäfer, sagte dazu: „Von offizieller Seite Dinge in die Welt zu pusten, die objektiv falsch sind, das ist kein freundlicher Umgang miteinander.“ Berlin hat sich öffentlich bislang auf keinen Kandidaten für die Ban-Nachfolge festgelegt. Der Südkoreaner (72) hört nach zwei Amtszeiten Ende des Jahres auf. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte, es gebe „keine Veranlassung, sich zu Personalspekulationen zu äußern“.

Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, hatte am Wochenende behauptet, Merkel habe während des G20-Gipfels Anfang September versucht, bei Kremlchef Wladimir Putin eine Alternativ-Kandidatin zu der Bulgarin Irina Bokova ins Gespräch zu bringen. Die Chefin der UN-Kulturorganisation Unesco gilt vielen als zu russland-freundlich. Georgieva – ebenfalls Bulgarin – ist als Vizepräsidentin der EU-Kommission für Haushalt und Personal zuständig.

Insgesamt hatten sich um den UN-Chefposten zwölf Frauen und Männer beworben. Aktuell gilt der frühere Chef des UN-Flüchtlingshilfswerks, der Portugiese Antonio Guterres, als Favorit. Neue Bewerber können jedoch jederzeit hinzukommen. Nach den ungeschriebenen Verteilungsprinzipien der UN wäre eigentlich ein Kandidat oder eine Kandidatin aus Osteuropa an der Reihe.

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