Russischer Corona-Impfstoff: Als Erste auf der Erde

Russland entwickelt einen Impfstoff nach weniger als zwei Monaten Erprobung. Was steckt dahinter? Fragen und Antworten zu „Sputnik V“.

Lachende Männer in Jogginganzügen

Freiwillig Geimpfte verlassen das Burdenko-Militärkrankenhaus außerhalb von Moskau Foto: Russian Defense Ministry/dpa

Ein Impfstoff gilt als Meilenstein im Kampf gegen das Coronavirus. Nun hat Russland Mitte der Woche ein erstes Vakzin gegen Sars-Cov-2 zugelassen – eine Weltpre­miere. Warum meckern trotzdem alle?

Sputnik V (gesprochen: Sputnik Vau), wie die Russen ihren Impfstoff genannt haben in Anspielung auf den ersten Satelliten im All, den die Sowjets 1957 vor den USA starteten, wurde nach weniger als zwei Monaten Erprobung am Menschen zugelassen. Die Ergebnisse großer klinischer Studien lagen zu diesem Zeitpunkt nicht vor. Ob der Impfstoff also tatsächlich verträglich und sicher ist, ob und welche Nebenwirkungen er hat und vor allem: ob er Menschen überhaupt vor einer Infektion mit dem Virus schützt, all dies ist weder ausreichend noch abschließend erforscht. Die Angaben der russischen Behörden sind für andere Wissenschaftler zudem nicht überprüfbar: Bislang sind nur dürre Studiendaten publiziert. Dieses Vorgehen widerspricht den international üblichen Kriterien für die Entwicklung von Impfstoffen und der Patientensicherheit.

Wer forscht da an einem Impfstoff in Russland, was ist das für ein Institut?

Den russischen Impfstoff Sputnik V hat das staatliche Gamaleja-Forschungsinstitut für Epidemiologie und Mikrobiologie in Moskau entwickelt – innerhalb von zwei Wochen, wie einer der Entwickler, Denis Logunow, mehreren russischen Medien sagte. Es sei nur deshalb so schnell gegangen, weil die Forscher bereits seit drei Jahren an einem Impfstoff gegen MERS (ebenfalls ein Coronavirus) arbeiteten und bestehendes Material für den Sars-CoV2-Impfstoff genutzt hätten.

Andere Quellen sprechen von einer Entwicklungszeit von mehreren Wochen – überprüfen kann dies niemand, und in jedem Fall erscheint die Testphase viel zu kurz, als dass sie belastbare Ergebnisse liefern könnte. Das Institut hat eine lange Geschichte, es wurde im 19. Jahrhundert als „Bakteriologisches Kabinett“ des Bakteriologen Philipp Blumenthal gegründet. 1949 wurde das Forschungszentrum nach dem Tuberkuloseforscher Nikolai Gamaleja benannt. Das Hauptfeld der Forschung liegt auf dem Gebiet der Epidemiologie, der medizinischen und molekularen Mikrobiologie und der infektiösen Immunologie.

Wer finanziert die Impfstoff­forschung in Russland?

Finanziert wurde Sputnik V (auch Gam-Covid-Vac genannt) vom staatlichen Fonds für Direktinvestitionen. Dafür sind laut Fonds-Leitung 4 Milliarden Rubel (knapp 46 Millionen Euro) investiert worden. Mehr als 20 Länder hätten bereits Interesse an dem russischen Impfstoff gezeigt, hieß es aus dem Fonds. Bereits im Januar 2021 soll er in Umlauf gebracht werden.

Welche Rolle spielt Wladimir Putin?

Die Entscheidungen während der Coronakrise waren stets politisch bedingt. Sei es die Verschleierung der statistischen Daten, sei es die verschobene Militärparade zum Ende des Zweiten Weltkriegs, sei es die Abstimmung zur Verfassungsänderung, durch die Putin bis 2036 Präsident bleiben könnte. Auch den Wettlauf um den Impfstoff wollte Russland für sich entscheiden und frohlockt nun mit „Wir sind die Ersten“. Als Vertrauensbeweis präsentierte Putin, der um seine Familie sonst ein großes Geheimnis macht, eine seiner Töchter. Sie sei Teil des Experiments und habe sich ebenfalls mit Sputnik V impfen lassen, erklärte er. Fieber, mehr sei ihr nicht passiert. Der Impfstoff sei sicher und gut erprobt worden, erklärte der Präsident im Staatsfernsehen. Viele Russ*innen reagierten skeptisch.

Gibt es für die Impfstoffforschung eine unabhängige Kontrollinstanz?

Kontrolliert wird die Impfstoffforschung von der staatlichen Gesundheitsaufsicht. Sie weist Kritik an Sputnik V aus dem In- und Ausland entschieden zurück.

Eine Wissenschaftlerin in Schutzanzug hält eine Ampulle hoch.

Der Impfstoff im Gamaleja-Forschungsinstitut für Epidemiologie und Mikrobiologie in Moskau Foto: Russian Direct Investment Fund/ap

Wie viele Probanden gab/gibt es?

Zunächst wurde der Impfstoff an Primaten getestet. Später an zwei Gruppen à 38 Freiwilligen, viele von ihnen Militärangehörige. Auch der Leiter des Gamaleja-Instituts und einige Entwickler des Vakzins haben sich mit Sputnik V impfen lassen. Nebenwirkungen gebe es kaum. Allen sei es dabei gut gegangen.

Ist der Vorwurf, es handele sich um ein Experiment an Menschen, berechtigt?

Es ist zumindest große Skepsis angebracht. Entsprechend harsch fielen die Reaktionen in dieser Woche aus. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mahnte, die Forschung solle „gemäß bewährten Prozessen“ erfolgen. Klaus Cichutek, der Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI), der deutschen Impfzulassungsbörde, bezeichnete die Entscheidung seiner russischen Kollegen als „riskant“. „Es beunruhigt, dass die Russen solche Maßnahmen und Schritte überspringen“, sagte der Impfwissenschaftler Peter Hotez vom Baylor College of Medicine in Houston dem Fachjournal Nature. Als „unethisch“ bezeichnete ein Vertreter des University College London eine Massenimpfung mit einem nicht ausreichend getesteten Impfstoff. Im schlimmsten Fall könne es sein, dass der Impfstoff den Menschen, denen er verabreicht wird, mehr schadet als nutzt.

Wie läuft die Forschung nach Impfstoffen normalerweise ab?

Impfstoffforschung verläuft in mehreren Stadien. Zunächst wird das Virus analysiert und werden geeignete Bestandteile des künftigen Impfstoffs identifiziert. Anschließend wird an Tieren getestet, ob der Impfstoff wirksam und verträglich ist und wie er dosiert werden sollte, um eine Immunantwort auszulösen.

Dieser Text stammt aus der taz am wochenende. Immer ab Samstag am Kiosk, im eKiosk oder gleich im Wochenendabo. Und bei Facebook und Twitter.

Erst danach erfolgen klinische Studien an freiwillig teilnehmenden Menschen. Sie erstrecken sich über drei Phasen, unterschiedliche Probandengruppen und mehrere Monate. In Phase I geht es darum, mögliche schwere Nebenwirkungen zu identifizieren. In diese Studienphase werden nur sehr wenige und ausschließlich gesunde Menschen einbezogen, üblicherweise eine Gruppe im zweistelligen Bereich. In Phase II werden meist einige hundert Menschen geimpft, um zu testen, ob der Impfstoff verträglich ist. Am aufwendigsten ist die Phase III. Hier wird an mehreren Tausend Freiwilligen, darunter auch alte Menschen und Angehörige von Risikogruppen, geprüft, ob der Impfstoff im Alltag tatsächlich vor dem Erreger schützt.

Oft werden die Teilnehmer in zwei Gruppen eingeteilt, eine geimpfte und eine ungeimpfte, um die Wirkung vergleichen zu können. Erst danach erfolgt die Zulassung, in Europa durch die EMA (European Medicines Agency) mit Sitz in Amsterdam.

Wie viele Impfstoffe gegen Sars-Cov-2 sind in der Entwicklung?

Nach Angaben der WHO werden weltweit 167 Impfstoffkandidaten entwickelt – ein Rekord. 28 von ihnen befinden sich bereits in der klinischen Erprobung am Menschen; sechs haben bereits die entscheidende dritte und letzte Phase erreicht.

Wie wirken Impfungen generell?

Impfungen täuschen den Kontakt mit einem Krankheitserreger vor. Dabei werden Menschen entweder ungefährlich gemachte lebende Erreger, harmlose verwandte Erreger, tote Erreger oder ausgewählte Moleküle der Erreger gespritzt. Das Immunsystem reagiert, wie es auf echte Erreger reagiert: Es vermehrt die Abwehrzellen und bildet Gedächtniszellen. Im Fall einer echten Infektion kann der Körper dann schnell schützende Antikörper produzieren, das Immunsystem rechtzeitig alarmieren und so den Ausbruch der Krankheit unterdrücken.

Wie funktionieren die einzelnen Impfstoffe gegen Sars-Cov-2?

Die meisten Impfstoffe, die derzeit erprobt werden, zielen darauf ab, das Immunsystem darauf zu trainieren, das sogenannte Spike-Protein zu erkennen, das auf der äußeren Oberfläche des Coronavirus sitzt. Der Körper soll so vorbereitet werden, dass er reagiert, wenn er dem echten Virus ausgesetzt ist. Manche Impfstoffkandidaten werden nur mithilfe des genetischen Codes für dieses Protein hergestellt, andere verwenden einen sogenannten Vektor, also ein harmloses Virus, um die proteinproduzierende Information zu liefern. Daneben gibt es Kandidaten, die aus dem toten Virus hergestellt werden.

Auf welcher Basis funktioniert Sputnik V?

Sputnik V ist ein Vektor-zwei-Komponenten-Impfstoff auf Basis von Adenoviren. Dabei wird ein Träger verwendet, der auf einem anderen Virus (Vektor) basiert, um die genetische Information von Sars-CoV-2 an den menschlichen Körper zu liefern. Die zwei Komponenten sind zwei Arzneimittel, basierend auf zwei leicht unterschiedlichen Adenovirusvektoren. Sie werden zwei Mal im Abstand von drei Wochen injiziert und sollen so die Menschen immunisieren. Für wie lange, wissen nicht einmal die Entwickler.

Wann könnte es einen Impfstoff geben, der internationalen Forschungsstandards genügt?

Bislang heißt es seitens der WHO, dies sei frühestens zu Beginn des Jahres 2021 zu erwarten.

W enn ein solcher Impfstoff verfügbar ist – hat sich die Pandemie dann erledigt?

Leider nein, sagt das RKI und warnt: „Es wäre gefährlich, zum jetzigen Zeitpunkt darauf zu vertrauen, dass mit einer Impfung ab dem Herbst 2020 die Pandemie beherrschbar wird.“ Das Virus könne mutieren. Denkbar sei auch, dass die Immunreaktion, die durch die Impfung ausgelöst wird, nur von kurzer Dauer sein werde. Dies könne den Nutzen von Impfungen relativieren.

Wie geht es jetzt in Russland weiter?

Unabhängig von der jetzigen Zulassung soll in Russland offenbar parallel eine dritte Testphase anlaufen. Mit wie vielen Probanden, an welchen Orten und unter wessen Aufsicht – all dies ist unbekannt. Im Oktober sollen Risikogruppen geimpft werden – vor allem medizinisches Personal, Lehrer und ältere Menschen. Es soll freiwillig geschehen. Doch „freiwillig“ ist in Russland Definitionssache.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Ausgabe dieses Textes hieß es, das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin habe am Mittwoch bekanntgegeben habe, dass vorläufige Prognosen die Verfügbarkeit eines Impfstoffs bis Herbst 2020 möglich erscheinen ließen. Das RKI hat diese Mitteilung jedoch wieder zurückgezogen. Das Papier sei nicht mehr auf dem neuesten Stand, teilte das Institut mit. Es sei nur versehentlich aufgrund einer Kommunikationspanne im Internet veröffentlicht worden.

Einmal zahlen
.

Fehler auf taz.de entdeckt?

Wir freuen uns über eine Mail an fehlerhinweis@taz.de!

Inhaltliches Feedback?

Gerne als Leser*innenkommentar unter dem Text auf taz.de oder über das Kontaktformular.

■ Das neuartige Coronavirus trägt die offizielle Bezeichnung SARS-CoV-2. Es ruft die Krankheit mit dem offiziellen Namen Covid-19 hervor. Der Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar.

Ab Januar 2020 hatte sich das Virus von der Stadt Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei her ausgebreitet – inzwischen weltweit.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Ausbreitung des Coronavirus am 11. März 2020 zur Pandemie erklärt, also zu einer weltweiten Epidemie.

Alle Artikel der taz zum Thema finden sich im Schwerpunkt Coronavirus.

Eine Pandemie ist eine weltweite Epidemie, also regional nicht begrenzt. Bei einer Pandemie überträgt sich ein neuartiger Virus von Mensch zu Mensch.

■ Da es keine Grundimmunität gibt, keine spezifischen Medikamente und keine Impfung, führt das zu einer hohen Zahl an teils schweren Erkrankungen und Toten. Dies kann unter anderem zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen, wie es beispielsweise in Italien bereits regional zu beobachten war. Deshalb ist das Ziel, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig schwer erkranken.

Auf eine weitreichende Beschränkungen sozialer Kontakte hatten sich am 22. März 2020 die Bundeskanzlerin und Regierungschefs der Länder geeinigt. Damit sollte der Anstieg der Fallzahlen verlangsamt und eine Überlastung des Gesundheitssystems möglichst verhindert werden. In den vergangenen Monaten beschlossen Kanzlerin und Länderchefs dann schrittweise Lockerungen. Die Kontaktbeschränkungen bleiben grundsätzlich bestehen. Details regeln weiterhin die Länder. (Hier eine Übersicht der Bundesregiergung zu Regelungen in den Ländern). Im Fall regionaler schneller Anstiege der Infektionszahlen sollen die Behörden vor Ort sofort mit neuen Beschränkungen reagieren.

■ Einen Abstand von mindestens 1,5 Metern soll man weiterhin draußen zu allen anderen Menschen außer der Begleitung einhalten.

■ Ein Mund-Nasen-Schutz muss in ganz Deutschland beim Einkaufen und im Öffentlichen Personennahverkehr getragen werden.

■ Seit Anfang Mai gilt: Angehörige zweier Haushalte dürfen sich grundsätzlich treffen – beispielsweise also zwei Familien oder zwei Wohngemeinschaften. In einzelnen Bundesländern gibt es darüberhinaus Spezialregelungen.

Schulen und Vorschulen sollen unter Auflagen wieder für alle Kinder öffnen.

■ In Kliniken und Pflegeeinrichtungen wurden die Regeln gelockert: PatientInnen oder BewohnerInnen können wieder durch eine bestimmte Person besucht werden.

Alle Geschäfte in Deutschland dürfen unter Auflagen wieder öffnen – ohne Quadratmeterbegrenzung der Verkaufsfläche.

Im Sport ist das Training unter freiem Himmel wieder erlaubt. Freizeitsportler müssen sich aber an bestimmte Auflagen halten. So muss eine Distanz von mindestens 1,5 Metern gewährleistet sein.

Die Fußball-Bundesliga hat die Saison seit Mitte Mai mit Geisterspielen fortgesetzt – zumindest die erste und zweite Liga der Männer. Die Fußballbundesliga der Frauen bleibt hingegen zunächst ausgesetzt. Ab wann Spiele wieder vor Publikum stattfinden, ist noch nicht klar.

Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. August verboten.

Bei Restaurants sollen die Bundesländer eine schrittweise Öffnungen selbst regeln. Auch für Kinos, Theater, Hotels oder Kosmetikstudios haben die Ländern die Lockerungen eigenständig zu verantworten.

■ Spielplätze sind unter Auflagen wieder geöffnet – darauf einigten sich Kanzlerin und Länderchefs bereits am 30. April.

Gottesdienste und Gebetsversammlungen sind wieder zugelassen – unter besonderen Anforderungen des Infektionsschutzes. Taufen, Beschneidungen und Trauungen sowie Trauergottesdienste sollen im kleinen Kreis möglich sein.

Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten können unter Auflagen wieder öffnen.

Aktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI).

Eine ausführliche Darstellung der COVID-19-Fälle in Deutschland bis auf Landkreisebene hat das RKI in einem Corona-Dashboard zusammengestellt. Auch gibt es tägliche Situationsberichte heraus.

Internationale Zahlen hat unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO in einer interaktiven Grafik aufbereitet.

■ Ebenso weltweite Fallzahlen stellt die Johns Hopkins University auf einer interaktiven Karte dar.

■ Die Unterschiede bei den Fallzahlen von RKI, WHO und Johns Hopkins University bedeuten nicht, dass die Zahlen falsch sind. Differenzen ergeben sich vielmehr aus Melde-Verzögerungen und unterschiedlichen Quellen: Dem RKI werden die Fallzahlen von den Gesundheitsämtern über das jeweilige Bundesland übermittelt. Es meldet die Zahlen nach einer Prüfung dann weiter an die WHO – so kommt es zu Verzögerungen. Die Daten der Johns Hopkins University kommen nach eigenen Angaben aus verschiedenen öffentlich zugänglichen Quellen und können daher von jenen Zahlen von RKI und WHO abweichen.

Eine Erkrankung an Covid-19 nach einer Infektion mit dem Coronavirus äußert sich laut Bundesgesundheitsministerium durch grippeähnliche Symptome, wie trockenem Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost sei berichtet worden.

Die Inkubationszeit beträgt nach aktuellen Erkenntnissen wohl bis zu 14 Tage: Das heißt, dass es nach einer Ansteckung bis zu zwei Wochen dauern kann, bis Symptome auftreten.

■ Wichtig: Infizierte können den Virus schon übertragen, wenn sie selbst noch keine Symptome bemerken.

Der Coronavirus wird vor allem mit einer Tröpcheninfektion übertragen. Laut Robert-Koch-Institut sind theoretisch auch eine Schmierinfektion (über kontaminierte Oberflächen) und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen möglich. Nach bisherigen Erkenntnissen verlaufen mehr als 80 Prozent der Erkrankungen vergleichsweise mild. Wer meint, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, sollte unbedingt

zu Hause bleiben und zum Telefon greifen. Dann entweder

■ beim Hausarzt anrufen

oder beim

■ Ärztlichen Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117.

Telefonisch gibt es zudem noch weitere Stellen für Informationen:

■ Die Unabhängige Patientenberatung ist zu erreichen unter: ☎ 0800 – 011 77 22

Ein Bürgertelefon hat das Bundesgesundheitsministerium eingerichtet unter: ☎ 030 – 346 465 100

Für Gehörlose und Hörgeschädigte ist ein Beratungsservice des Gesundheitsministeriums per Fax zu erreichen: ☎ 030 – 340 60 66 07, sowie per Mail unter info.deaf@bmg.bund(dot)de und info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Ein Gebärdentelefon mit Videotelefonie findet sich unter: www.gebaerdentelefon.de/bmg/

Die aktuellen Risikogebiete für Ansteckungen hat das Robert-Koch-Institut bis zum 10. April 2020 veröffentlicht. Mittlerweile hat sich Covid-19 weltweit ausgebreitet. Ein Übertragungsrisiko bestehe daher „sowohl in Deutschland als in einer unübersehbaren Anzahl von Regionen weltweit“, schreibt das RKI.

Für Reisende gibt es weitere Informationen zu Covid-19 und Reisewarnungen beim Auswärtigen Amt.

■ Zum Infektionsschutz gibt es auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) umfassende Anleitungen zum richtigen Händewaschen, zu den angemessenen Regeln beim Niesen sowie auch Merkblätter zu allgemeinen Hygiene- und Verhaltensregeln.

■ Niesen oder Husten soll man möglichst in die eigene Armbeuge und versuchen, sich seltener ins Gesicht zu fassen.

Händwaschen sollte man regelmäßig und zwar mindestens 20 Sekunden mit Wasser und Seife.

■ Reduzieren sollte man den Kontakt zu anderen Menschen derzeit so stark wie möglich, empfiehlt die BGzA. Wenn man doch in der Öffentlichkeit unterwegs ist, soll man möglichst einen Abstand von zwei Metern zu anderen Menschen einhalten.

■ Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) gilt bundesweit einheitlich und bisher richten sich die Maßnahmen der Behörden nach diesem Gesetz, schreibt unser rechtspolitischer Korrespondent Christian Rath in seinem Überblick zur Rechtslage.

■ Die Katastrophenschutzgesetze der Länder sind anwendbar, sofern sich die Lage zur Katastrophe zuspitzen sollte.

■ Die Bundeswehr kann im Rahmen der Amtshilfe heute schon tätig werden, etwa im Sanitätsbereich oder zur logistischen Unterstützung. Im Extremfall kann sie auch im Inland eingesetzt werden, um (gemeinsam mit der Polizei) die öffentliche Ordnung zu bewahren oder wiederherzustellen, etwa wenn geplündert wird oder Krankenhäuser belagert werden.

■ In den „Notstandsgesetzen“ ist das geregelt, zu denen die Artikeln 35, 87a und 91 des Grundgesetzes zählen. Die „Notstandsgesetze“ wurden 1968 gegen den Widerstand der Außerparlamentarischen Opposition (APO) beschlossen.

■ Gerüchte, Falschmeldungen und Verschwörungstheorien über das Coronavirus kursieren derzeit viele.

■ Aufklärung über viele Corona-Falschmeldungen bietet unter anderem der Verein Mimikama.at.

■ Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in englischer Sprache eine eigene Seite zur Aufklärung von Mythen über den Coronavirus veröffentlicht.

■ Zu den häufigsten Fragen hat das Robert-Koch-Institut ein FAQ zu Corona veröffentlicht.

■ Weitere Fachinformationen finden sich ebenso auch auf einer Überblicksseite des Robert-Koch-Instituts.

■ Verhaltens- und Hygienetipps und ebenso in einem FAQ die häufigsten Fragen beantwortet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Corona-Übersicht auf infektionsschutz.de.

■ Umfassend informieren kann man sich auch beim Bundesgesundheitsministerium.

■ Eine weltweite Übersicht bietet die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Bundesweite Telefonnummern im Überblick:

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117

Unabhängige Patientenberatung: ☎ 0800 011 77 22

■ Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums: 030 346 465 100

Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte: Fax: 030 / 340 60 66 – 07 sowie per Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de / info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Gebärdentelefon (Videotelefonie): www.gebaerdentelefon.de/bmg

■ Bei Sorgen ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar unter: 116 123 sowie 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222.

■ Infos über Corona auf Türkisch hat die taz in ihrem Text „Koronavirüs Almanya'da“ zusammengestellt.

■ In weiteren Sprachen sammelt die taz Info-Texte under taz.de/coronainfo

■ Hygiene-Infos in weiteren Sprachen bietet die BZgA in Hygiene-Merkblättern unter anderem auf Türkisch “Viral enfeksiyonlar – hijyen korur!“ (PDF) sowie auf Englisch “Viral infections – hygiene works!“ (PDF)

Leichte Sprache: Informationen zum Coronavirus in Leichter Sprache stellt das Bundesgesundheitsministerium zur Verfügung.

Gebärdensprache: Das Bundesgesundheitsministerium beantwortet Fragen mittels Videotelefonie und ist dafür über ihr Gebärdentelefon zu erreichen. Dazu gibt es hier noch mehr Infos. Das Gebärdentelefon ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr erreichbar. Ebenso möglich sind Fragen per Fax: 030 / 340 60 66 – 07 oder per E-Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de oder info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de.

■ Weitere Sprachen: Kurze Info-Flyer der Johanniter auf Englisch (PDF), Dari (PDF), Arabisch (PDF), Farsi (PDF), Türkisch (PDF), Russisch (PDF), Italienisch (PDF) und Französisch (PDF) hat der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bereitgestellt.

International: Informationen zum Coronavirus in verschiedenen Sprachen stellt zudem die Weltgesundheitsorganisation WHO bereit.

Wir würden Ihnen hier gerne einen externen Inhalt zeigen. Sie entscheiden, ob sie dieses Element auch sehen wollen.

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Bitte registrieren Sie sich und halten Sie sich an unsere Netiquette.

Haben Sie Probleme beim Kommentieren oder Registrieren?

Dann mailen Sie uns bitte an kommune@taz.de

Ihren Kommentar hier eingeben