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Run auf die Milliarden

■ Erste Anfragen an die Kreditanstalt für Wiederaufbau / Unklares Kursrisiko kann DDR-Mittelstand nicht stoppen

Bereits einen Tag nach der Verkündigung des Sechs-Milliarden -Kredits der Bundesregierung für Klein- und Mittelunternehmen der DDR hat die für die Abwicklung der Hälfte der Fördermittel zuständige Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) die ersten Anfragen von DDR-Bürgern erhalten. Die KfW-Mitarbeiter mußten die Kreditsuchenden allerdings enttäuschen. Die ersten Mittel dürften erst im Sommer ausgezahlt werden. Die Abwicklungsprobleme dieses Kreditgeschäftes werden sich nach Ansicht des KfW-Chefs Gerhard Götte noch als gewaltig heraustellen. Bis heute fehlen noch eindeutige Richtlinien über förderungswürdige Projekte und berechtigte Kreditnehmer. Weil die Kredite in „harter“ Währung ausgezahlt werden sollen, dürfte der Run auf diese Mittel groß werden. Selbst das bislang noch ungeklärte Kursrisiko dürfte den Devisenhunger der DDR -Mittelständler nicht stoppen. Weil die Kreditmittel in D -Mark aus- und rückbezahlt werden müssen, entsteht das Problem, welche Seite des Kreditgeschäftes mögliche Kursveränderungen trägt. Dem KfW-Chef schwebt eine Kursgarantie der Ostberliner Staatsbank vor. Ob die DDR sich auf ein solches Manöver einläßt, ist angesichts der Einigkeit über die Ablehnung eines fixen Wechselkurses hierzulande aber eher fraglich.

Zausel

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