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Roman "Dorf des Deutschen"Rechenschaft für die Väter

Ein mutiger Roman aus Algerien: Boualem Sansal erzählt von dem gefährlichen Flirt des arabischen Nationalismus mit dem Antisemitismus der Nazis.

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2 Kommentare

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  • A
    andreas

    Vergangenheitsbewältigung schön und gut, nur hat Sansal keine Ahnung vom III. Reich und hat sich auch nicht die Mühe gemacht zu recherchieren.

     

    Stattdessen hat er sich ganze Räuberpistolen ausgedacht, etwa die, dass Zyklon B schon Ende der 30er Jahre in nicht näher genannten "Vororten Frankfurts" an eingefangenen jüdischen Familien oder Obdachlosen ausprobiert wurde (was nachweislich nie passiert ist), er verwechselt die Lebensdaten realer Personen und stilisiert Mengeles Sohn zum "Golden Boy" in New York, der indifferent den Taten des Vaters gegenübersteht (er ist in Wirklichkeit Anwalt in München und hat sich sehr wohl damit beschäftigt). Durch solche Unwahrheiten bzw. Ungenauigkeiten wird man leider nicht glaubwürdiger, im Gegenteil.

    Oder er schwadroniert mehrfach von der (französisch) "extermination des 'Vernichtung lebensunwerten Lebens'", also der Vernichtung der Vernichtung, und an anderer Stelle wiederholt von "Wintermenschen" (statt Untermenschen). Die Schande hierfür trifft allerdings noch mehr Gallimard, wo sie offenbar die Lektoren wegrationalisiert haben. Ansonsten plündert Sansal munter Primo Levi, offenbar seine einzige Quelle.

     

    Schließlich noch erwas Prinzipielles: Sansal zieht extrem verkürzte Vergleiche. Das beginnt schon dort, wo er die Islamisten mit den Nazis gleichsetzt (sehr griffig - gerade für ein Publikum wie das deutsche, welches reflexhaft auf so etwas anspringt - aber leider auch sehr falsch) und geht so weit, die gewiss nicht unproblematischen Pariser Vororte mit den KZs zu vergleichen. Überhaupt wird in dem Roman alles mit dem III. Reich gleichgesetzt: der Islamismus, die Banlieue, der algerische Staat (obwohl er mit den Islamisten im Krieg steht) usw.

     

    Persönlich rate ich daher ab.

  • O
    otto

    Dieses Buch in die Hand jedes Politikers,

    dann wär schon was geholfen...