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Rechenfehler in Gefahrenstudie?

■ Krebsrisiko durch DDR-Atomanlage

Bremen (AP/dpa) – Im Umkreis des ehemaligen DDR-Atomforschungszentrums Rossendorf bei Dresden gibt es nach Angaben des Bremer Medizinstatistikers Eberhard Greiser deutliche Hinweise auf ein erhöhtes Krebsrisiko. Bei Erwachsenen sei das Risiko um so höher, je näher sie an der Atomanlage wohnten, sagte er gestern auf einer Tagung der Deutschen Gesellschaft für medizinische Informatik, Biostatistik und Epidemiologie in Bremen.

Greiser hatte eine im vergangenen Jahr vom sächsischen Sozialministerium publizierte Studie überprüft. Dabei fand er nach eigenem Bekunden „fundamentale Rechenfehler“. Eine korrekte Auswertung hätte eindeutig zu einem anderen Ergebnis geführt, sagte der Wissenschaftler. Zudem seien nur die letzten elf Jahre berücksichtigt, obwohl Daten seit 1961 vorgelegen hätten. Der Statistiker forderte eine neue Untersuchung.

Nach Angaben des Bundesamtes für Strahlenschutz hatte sich Greisers renommiertes Bremer Institut für Präventionsforschung und Sozialmedizin ebenfalls um die Studie beworben. Das Sozialministerium hatte den Auftrag aber dem Institut Precura im Sächsischen Schneeberg erteilt, das von ehemaligen Mitarbeitern der DDR-Atomaufsicht geführt wird. In Rossendorf wurden bis zum Ende der DDR radioaktive Isotope produziert und Brennstäbe der DDR-Kraftwerke aufbereitet.