Quit Facebook Day: 33.000 User wollen ihr Profil löschen
Zehntausende Facebook-Nutzer hatten am Montag angekündigt, ihr Facebook-Profil zu löschen. Bei 400 Millionen Nutzern ist das nicht erwähnenswert. Oder doch?
BERLIN taz | Über 33.000 Nutzer sind am Montag dem Aufruf der Kanadier Matthew Milan und Joseph Dee auf deren Website quitfacebookday.com gefolgt und gaben an, ihren Facebook-Account löschen zu wollen. Am Dienstag waren es bereits 34.000 Einträge. Bei 400 Millionen Facebook-Nutzern weltweit sind das nicht einmal 0,01 Prozent. Was sich nach einem großen Erfolg anhört, ist demnach nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Doch die Aktion ist vor allem eins: Ein symbolisches Zeichen.
Denn Facebook ist in den vergangenen Monaten immer wieder in die Kritik geraten. Weitergabe von persönlichen Nutzerdaten, unübersichtliche Privatsphäre-Einstellungen, öffentlich sichtbare E-Mail-Adressen der Nutzer – die Liste der Vorwürfe ist lang, und die Nutzer sind sauer. Selbst Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner kritisierte öffentlich das weltweit größte soziale Netzwerk.
Wer nach dem offiziellen Aufruf seinen Account deaktivieren will, dem macht es Facebook nicht leicht. Wer Hilfe braucht, sich in den Einstellungen bei Facebook zurechtzufinden, findet auf ausgestiegen.com eine Anleitung und den Link zum Löschen des Accounts.
Nach den entscheidenden Klicks gibt Facebook den Usern noch eine Bedenkzeit von zwei Wochen, in denen das Profil wiederhergestellt werden kann, mit allen vorherigen Daten. Hat das Löschen aber geklappt, bleibt vielleicht wieder mehr Zeit für das wahre Leben – Freunde treffen statt anschreiben, reden statt chatten, aus der Cyberwelt in die Wirkliche.
taz lesen kann jede:r
Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Texte, die es nicht allen recht machen und Stimmen, die man woanders nicht hört – immer aus Überzeugung und hier auf taz.de ohne Paywall. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass guter, kritischer Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen
meistkommentiert
Ricarda Lang über Strategie der Grünen
„Die Schuldenlast tragen die Falschen“
Illegales Autorennen in Ludwigsburg
Männer mit Mercedes im Kopf
Stand der Koalitionsverhandlungen
Bitterer Vorgeschmack
Angriff auf Informationsfreiheit
Amthors Rache
Schlechte Zahlen der Deutschen Bahn
It’s Daseinsvorsorge, stupid
US-Schutzzölle gegen Autoindustrie
Europa sucht nach einer Antwort