Querelen bei der EZB: Direktorin tritt zurück
Sabine Lautenschläger hatte die lockere Geldpolitik der Zentralbank kritisiert. Und sich damit gegen den Kurs von EZB-Chef Mario Draghi gestellt.

Lautenschläger hatte sich Ende August gegen Draghis Kurs gewandt. Kurz vor der jüngsten geldpolitischen Sitzung der Notenbank sprach sie sich gegen einen Neustart des milliardenschweren Anleihekaufprogramms aus. Draghi hatte wegen der eingetrübten Konjunkturaussichten auf den letzten Metern seiner Amtszeit noch einmal ganz tief in den Instrumentenkasten gegriffen.
Die EZB brachte am 12. September ein umfassendes Paket zur Stützung der Wirtschaft auf den Weg, das eine weitere Zinssenkung, erneute Anleihenkäufe und Erleichterungen für Banken enthält. Zugleich forderte Draghi von Staaten wie Deutschland mehr Einsatz gegen die Konjunkturschwäche. Draghi übergibt Ende Oktober den EZB-Vorsitz an die Französin Christine Lagarde.
Vor ihrem Wechsel zur EZB war Lautenschläger Vizepräsidentin der Bundesbank. Deutschland dürfte nun wahrscheinlich Anspruch auf den Posten erheben und einen neuen Kandidaten vorschlagen. Traditionell besetzen Deutschland, Frankreich und Italien – die drei größten Volkswirtschaften der Eurozone – jeweils eine Position im Direktorium.
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