„Querdenker“-Demos in Berlin: Bisher neun Aufmärsche verboten

Auch an diesem Wochenende wollen Co­ro­nal­eug­ne­r*in­nen durch Berlin ziehen. Trotz der Verbote mobilisieren sie weiterhin zum Protest.

Polizisten stehen vor der Siegessäule in Berlin

Sie müssen auch an diesem Wochenende die Goldelse vor „Querdenkern“ schützen Foto: dpa

BERLIN epd | Die Berliner Versammlungsbehörde hat für das Wochenende in Berlin bislang neun geplante Demonstrationen der „Querdenken“-Szene gegen die Corona-Maßnahmen verboten. Untersagt wurden fünf Versammlungen am Samstag und vier am Sonntag, wie die Berliner Polizei am Freitag mitteilte.

Unter den verbotenen Demonstrationen sind zwei Aufzüge der Stuttgarter Initiative „Querdenken 711“ am Samstag und Sonntag auf der Straße des 17. Juni mit jeweils 22.500 angemeldeten Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

Die Verbote begründet die Polizei damit, dass die „Querdenker“ in einer Vielzahl von Versammlungen wiederholt unter Beweis gestellt hätten, dass „regelmäßig und nahezu ausnahmslos aufgrund der fehlenden Akzeptanz die Infektionsschutzregeln nicht eingehalten werden“. Die Weigerung, eine Mund-Nase-Bedeckung zu tragen, sei „förmlich Markenzeichen und erklärtes Ziel“ der Demonstrantinnen und Demonstranten.

Ungeachtet dessen mobilisieren die „Querdenker“ in den sozialen Netzwerken weiter nach Berlin. „Querdenken“-Gründer Michael Ballweg erklärte in dem Chatportal Telegram, Grundrechte seien nicht verhandelbar. Deshalb sollten am Wochenend alle nach Berlin kommen.

Demonstranten überrannten die Polizei

Bereits am ersten Augustwochenende hatte die Berliner Polizei mehrere Demonstrationen der Gruppierung verboten. Trotzdem waren Tausende Kritiker der Corona-Maßnahmen durch die Stadt gezogen.

Bei einer Demonstration von „Querdenken 711“ am 29. August vor einem Jahr mit Zehntausenden Menschen hatten einige hundert Frauen und Männer Absperrungen vor dem Reichstagsgebäude überwunden und waren bis zu einem Eingang vorgedrungen.

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