Quarantäneregelungen für Schulen: Vorsicht und Verantwortung

Es ist richtig, dass sich die Länder auf einheitliche Regeln und kürzere Quarantänezeiten geeinigt haben – zum Wohle der Kinder.

Zwei Schülerinnen sitzen in einer Schulbank

Sinnvoller Wandel: Die 14-tägige Quarantänepflicht ist Geschichte Foto: Felix Kästle/dpa

Nach mehr als eineinhalb Jahren Pandemie verwundert es kaum, dass Behörden und politische Entscheidungsträger alles tun wollen, um weitere Covid-Massenausbrüche zu verhindern. Der Beginn des neuen Schuljahrs macht die Eindämmung der steigenden Infektionszahlen nicht einfacher. Dennoch ist es richtig, dass die Gesundheitsminister der Länder sich nun darauf geeinigt haben, Quarantänepflichten für Schüler zu lockern, die in Kontakt mit Covid-Infizierten standen.

Jedes Bundesland erlässt eigene Regeln zur Infektionsprävention, die sich zum Teil erheblich voneinander unterscheiden und bisher kaum harmonisiert wurden. So gilt etwa in den meisten Bundesländern für Sitznachbarn und nahe Kontaktpersonen eine 14-tägige Quarantänepflicht, die teils erhebliche Beeinträchtigungen des Schulbetriebs zur Folge hatte. In vielen Fällen wurden zudem ganze Schulklassen vom Präsenzunterricht ausgeschlossen, weil lokale Gesundheitsämter striktere Regeln aufstellen. Vielerorts folgte man dem Prinzip, lieber zu viele als zu wenige Schüler nach Hause zu schicken.

Dass die Länder jetzt gemeinsam auf kürzere Quarantänezeiten (fünf Tage) und Absonderung nur noch für Sitznachbarn setzen wollen, zeigt einen sinnvollen politischen Wandel hin zu einem System, das die dringend notwendige Rückkehr zu einem normalen Schulalltag ermöglicht. Oberste Priorität hat nun offenbar, die Schulen offen zu halten. Nach eineinhalb Jahren, in denen Teleunterricht und eine weitgehende Stilllegung des öffentlichen Lebens Heranwachsende und deren Erziehungsberechtigte vor enorme psychosoziale Herausforderungen stellten, wird es auch Zeit für eine Neuausrichtung: Schulen müssen offen bleiben und breite Quarantäne darf nur noch punktuell zum Einsatz kommen. Getestet wird in vielen Bundesländern ohnehin häufig.

Der Beschluss der Gesundheitsminister drückt deshalb keineswegs Sorglosigkeit in Zeiten steigender Infektionszahlen aus – sondern ein Gespür für die Balance von gesundheitspolitischer Vorsicht und sozialer Verantwortung.

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