piwik no script img

■ QUERBILDSalzmänner

Für die einen ist es einfach nur Salz, für die anderen „Weißes Gold“. Ulrike Koch begleitete in ihrem Dokumentarfilm die Salzmänner von Tibet (Foto) vier Drokpas, Hirtennomaden aus Nordtibet, auf ihrer Karawane zu den Salzseen. Sie porträtiert die aussterbende Kultur der Salzmänner. Ulrike Koch hat sich mit ihrem Film ein ehrenwertes Ziel gesetzt: Sie will die durch Zivilisation und industriellen Salzabbau vom Untergang bedrohte Kultur der Salzmänner filmisch der Nachwelt erhalten. Doch der Wunsch nach Perfektion verhält sich wie die Relativitätstheorie: Wird ein bestimmter Punkt überschritten, werden die bisher geltenden Gesetze außer Kraft gesetzt. Und aus Bedeutungswille wird Behäbigkeit. Langsam sprechen und bewegen sich die Salzmänner, langsam ist die Kameraführung und die Schnittsequenz. Der Film nähert sich seinem Thema von allen Seiten immer direkt und verharrt dort, wo es nichts Neues mehr zu sehen gibt, viel zu lange. Auch die betonte Sensibilität fällt aus dem Rahmen. Als die Salzmänner in ihrer Geheimsprache sprechen, die nur Salzmänner sprechen und verstehen dürfen, werden im Film Hieroglyphen eingeblendet, was an Albernheit kaum noch zu überbieten ist. Oliver Nachtwey

Abaton

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen