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Press-SchlagDie Wikinger kommen

■ Norwegen fast, Rußland fest für die Fußball-WM qualifiziert

Das, was die englischen Boulevardzeitungen blutrünstig als „Wikinger-Massaker“ titelten, der 2:0-Sieg Norwegens über England, erfüllte die norwegische Hauptstadt in der Nacht nach dem Spiel mit südländischer Stimmung. Ausgerechnet gegen den „Zwerg“ Norwegen mußte England, das seit zehn Jahren kein Auswärts-Qualifikationsspiel zu einer Fußball- Europa- oder Weltmeisterschaft verloren hatte, die Segel streichen. Bis zum Morgengrauen schallten die „Wir haben gewonnen – der Sieg ist unser!“- Sprechchöre durch die Straßen. Und alle waren überzeugt: Norwegen wird da landen, wo der größte Optimist es vor einem Jahr nicht vermutet hätte: bei der Fußballweltmeisterschaft in den USA, für die sich am Mittwoch durch ein 1:1 in Island nach Mexiko, Griechenland, Gastgeber USA und Titelverteidiger Deutschland auch Rußland qualifiziert hat.

Auch wenn Norwegen mit elf Punkten aus sechs Spielen der Flugkarte in die USA immer noch nicht ganz sicher sein kann – bis zur Zwischenstation Island ist man auf dem Weg ins gelobte Land allemal vorangekommen. Schon nächsten Mittwoch steht das Auswärtsspiel gegen die Niederlande – ohne Rekonvaleszent Marco van Basten und den zurückgetretenen Ruud Gullit – auf dem Programm. Und kann man von dort einen oder gar zwei Punkte mitnehmen, dann ist die Sensation perfekt: Norwegen wirft die Teams von England, Polen und den Niederlanden aus der Spur.

Überhaupt: Es war der Abend Skandinaviens. Schweden gewann mit 5:0 gegen Israel, Dänemark schoß vier Tore gegen Albanien. „Skandinavien gegen den Rest der Welt – 11:0“, wie es eine Osloer Zeitung titelte. Reinhard Wolff

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