Prekär Beschäftigte in Coronazeiten: „Ungeschützt ausgeliefert“

Wer prekär arbeitet – etwa in den Branchen Reinigung und Pflege –, wird am stärksten von den Folgen der Coronakrise getroffen, sagt Ute Kathmann.

eine kassierin tippt unter einem selbstgebauten Schutzschild

Coronaschutz Marke Eigenbau: Eine Kassiererin hilft sich selbst Foto: dpa

taz: Frau Kathmann, viele Menschen merken während der Pandemie, dass systemrelevante Jobs häufig die am schlechtesten bezahlten Jobs sind – ob an der Kasse im Supermarkt, im Altenheim, in der Pflege oder Reinigung. Sie beschäftigen sich bei Joboption Berlin mit atypischer und prekärer Arbeit, die es häufig in diesen Branchen gibt. Was bedeutet für dort beschäftigte Menschen die Coronakrise?

Ute Kathmann: Erst mal ist es gut, dass es für Arbeitsbedingungen, die auch vor der Krise schon schlecht waren, derzeit eine breite Aufmerksamkeit gibt. Unsere Hoffnung ist, dass es dauerhafte Entgelterhöhungen und Verbesserungen gibt. Und dass es nicht bei langfristig nutzlosen Prämien bleibt, wie bei den Beschäftigten im Einzelhandel, bei denen Einkaufsgutscheine als Bonus für die vermehrte Arbeit versprochen werden.

Ist Corona ein Vergrößerungsglas für gesellschaftliche Verhältnisse?

Diese Krise verdeutlicht die sozialen Unterschiede: Gut Verdienende arbeiten geschützt im Homeoffice. Diejenigen, die unter schlechten Bedingungen tätig sind, sind an vorderster Front und überwiegend ungeschützt der Pandemie ausgeliefert.

Welche Auswirkungen haben die Pandemie-Schutzmaßnahmen für diese Arbeitswelten?

Das Gastgewerbe steht fast komplett still: Dort sind die Beschäftigten zwar gesundheitlich nicht betroffen, aber haben weniger Geld durch Kurzarbeit oder sogar gar kein Einkommen – Letzteres betrifft vor allem die von Kurzarbeit ausgeschlossenen Minijobber*innen, in dieser Branche etwa 36 Prozent in Berlin. Dazu kommen 35 Prozent, die in Teilzeit arbeiten, womit das Kurzarbeitergeld vorne und hinten nicht reicht. Selbst Vollzeitkräfte bekommen zu wenig Geld und sind zum Teil auf Aufstockung angewiesen.

Ute Kathmann

Jahrgang 1986, berät seit 2016 im Auftrag des Senats mit dem Projekt Joboption Berlin Unternehmen und Gewerkschaften mit dem Ziel besserer Arbeitsbedingungen.

Im Supermarkt gibt es noch genug zu tun.

Aber dafür fehlt es an Arbeitsschutz. Im Einzelhandel gibt es zwar jetzt Plexiglasscheiben für Kassierer*innen. Aber ein Mundschutz fehlt den meisten noch immer, zumindest in Berlin. Auch in der Gebäudereinigung gibt es zu wenig Schutz. Und viele Pflegekräfte sind überlastet mit Arbeitszeiten von bis zu zwölf Stunden.

Wo ist die Not am größten?

Überall dort, wo es Niedriglöhne gibt und ein Kurzarbeitergeld von 60 beziehungsweise 67 Prozent des Nettoeinkommens zum Leben nicht reicht. Und dort, wo es einen großen Anteil an Minijobber*innen gibt: Auch in der Reinigung hat ein Drittel der Beschäftigten einen oder mehrere Minijobs. Aber es gibt innerhalb der Branchen Differenzen: Einzelhändler, die komplett schließen müssen, sind anders betroffen als Supermärkte, die gerade größere Umsätze einfahren als sonst. Die Restaurants bieten teilweise noch Essen zum Mitnehmen an – allerdings wird nicht annähernd so viel umgesetzt wie vor der Krise. Die To-go-Angebote gibt häufig der Inhaber raus; Beschäftigte sind in Kurzarbeit, freigestellt oder gekündigt.

Zusammengefasst: Überall ist es schlimm, und diejenigen, die zuvor prekär gearbeitet haben, fallen als Erste runter?

Ja.

Ergibt sich aus der erhöhten Aufmerksamkeit und der Not etwas Positives für die Zeit nach der Krise? Wird etwa der Minijob abgeschafft?

Das wäre zumindest eine Hoffnung. Aber Prognosen sind sehr schwierig. Möglicherweise pochen geringfügig Beschäftigte künftig eher auf sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen. Aber es kann natürlich ebenso möglich sein, dass sie bald froh sind, überhaupt Geld zu verdienen, und jeden Job annehmen. So könnte es nach der Krise sogar mehr Minijobs geben.

Arbeitszeiten sind schon jetzt ausgeweitet und Personaluntergrenzen teilweise aufgehoben.

Gerade viel wertgeschätz, trotzdem schlecht bezahlt: Pflegeberufe Foto: dpa

Ja, das Bundesministerium für Arbeit hat Anfang April beschlossen, dass das Arbeitszeitgesetz ausgeweitet wird. Arbeitnehmer*innen dürfen in bestimmten Branchen jetzt bis zu zwölf Stunden arbeiten, Supermärkte auch sonntags öffnen. Aber obwohl der Handelsverband schon seit Jahren Sonntagsöffnungen fordert, finden diese derzeit nicht statt. Die Arbeitgeber sagen: Die Beschäftigten sind ohnehin schon am Limit. Einige Supermärkte haben deswegen sogar ihre Öffnungszeiten verkürzt. Der erweiterte Spielraum zuungunsten von Arbeitnehmer*innen wird erfreulicherweise also nicht überall ausgenutzt.

Gesellschaftliche Anerkennung für diese Jobs ist jetzt da, viele Leute klatschen auf ihren Balkonen für Pflegekräfte. Die hingegen sagen: Wir brauchen keinen Applaus, sondern 4.000 Euro brutto. Welche Forderungen gibt es in welcher Branche und wie realistisch sind diese?

Zum Beispiel die Forderung nach einer Sozialversicherungspflicht für Minijobber*innen von der IG BAU. Denn ohne Sozialversicherungspflicht, also Arbeitslosenversicherung, sind sie vom Kurzarbeitergeld ausgeschlossen. Die Gewerkschaften haben eine Aufstockung des Kurzarbeitergelds durch die Arbeitgeber oder durch die Bundesregierung gefordert, die nun gerade eine Erhöhung beschlossen hat. Einmalige Prämienzahlungen reichen nicht: Davon hat eine Pflegekraft langfristig nichts. Beschäftigte sollten sich auf jeden Fall besser organisieren, einen Betriebsrat gründen und in Tarifverhandlungen mitmischen.

Nachdem sie eine 12-Stunden-Schicht gemacht haben?

Ja, das ist natürlich die Krux, die arbeiten schon jetzt am Limit und sollen sich jetzt gleichzeitig auch noch um höhere Löhne kümmern.

Im Hotel- und Gaststättengewerbe arbeiten 106.000 Menschen (Frauenanteil: 54 Prozent), davon 39.000 prekär, also geringfügig. Im Einzelhandel gibt es 120.000 Beschäftigte (63 Prozent davon Frauen), 26.000 davon in atypischen Jobformen. In der Reinigungsbranche arbeiten 64.000 Menschen (Frauenanteil: 59 Prozent), davon 22.000 geringfügig. Weniger klar sind die Zahlen für die Pflege: Sozialversicherungspflichtig sind in der Krankenpflege 46.000 Personen beschäftigt und in der Altenpflege 23.500. Geringfügige Bechäftigung weist die Arbeitsagentur nicht aus. Insgesamt gibt es in Berlin 1,76 Millionen Beschäftigte, 1,5 Millionen davon in sozialversicherungspflichtiger Arbeit. (gjo)

Aber wer kann Forderungen während eines Lockdown und einer drohenden Rezession durchsetzen und wie? Drohen nach den Milliardenpaketen nicht erst mal Sparrunden? Nach der letzten Kapitalismus-Krise, dem Finanzcrash von 2008, haben sich die Beschäftigungsverhältnisse auch nicht wirklich gebessert. Im Gegenteil: Die Gesellschaft trug die Last der von Banken in Finanzderivaten verschleuderten Milliarden. Was kann man daraus für die jetzige Krise lernen?

Wichtig ist, die Lastenverteilung im Blick zu behalten. Ein Beispiel: Es gibt offenbar Mittel für Soforthilfen und Zuschüsse oder Kredithaftung. Aber in Kliniken und Pflegeheimen arbeiten die Pflegekräfte ohne ausreichenden Gesundheitsschutz.

In den USA gab es bereits wilde Streiks gegen fortgesetzte Ausbeutung trotz Corona-Gefahr: in der Lebensmittelproduktion, bei Amazon und im Transportwesen. Wären wilde Streiks ein Mittel für Deutschland und Berlin?

Ich würde nicht zum Streik aufrufen. Vor allem Pflegekräfte würden sich darauf auch gar nicht einlassen.

Aber der Supermarkt könnte doch schon mal einen Tag dichtmachen.

Ich gehe nicht davon aus, dass das passieren wird. Wir haben hier noch eine vergleichsweise gute Situation durch die relativ geringe Anzahl an Todesfällen und durch einen Sozialstaat, der vieles abfedert.

Viele Medien schreiben von Chancen in der Krise, in der Realität sehen wir bisher allerdings nur Bedrohungen vor allem für Menschen in prekären Situationen. Was überwiegt: Möglichkeiten oder Gefahr?

Es sind zweifelsohne sehr schwierige Zeiten. Mein Eindruck war, dass das Gastgewerbe in den ersten Tagen nach den Schließungen wie gelähmt war. Aber sofort danach wurden Ideen umgesetzt: Viele Restaurants und Cafés haben in kurzer Zeit Lieferdienste aufgebaut, sich mit anderen kleinen Betrieben zusammengeschlossen, es gibt viele Crowdfunding-Aktionen oder die Aktion #berlinliefert vom Dehoga Berlin, bei dem sich Restaurants und Bars registrieren können, wenn sie wegen Corona Lieferdienste und Abholungen anbieten. Auch wenn die Umsätze vielleicht nur ein Tropfen auf den heißen Stein sind, zeigt es doch die Mentalität der Branche: Nicht aufgeben und kreativ werden.

Ja, aber allzu lange darf die Situation so nicht bleiben.

Natürlich wird es viele Schließungen geben, das ist die Rückmeldung von allen Seiten. Je länger Sperren und Verbote bestehen, desto mehr Betriebe werden für immer dichtmachen müssen. Berlin ist sehr abhängig vom Tourismus – auch ausländischem. Diese Einnahmen und Übernachtungen sind weg.

Was ist das Wichtigste mit Blick auf die nächsten Monate?

Die Perspektive der Beschäftigten in besonders betroffenen Branchen. Viele sind auf jeden Cent angewiesen und können kaum vom Kurzarbeitergeld leben. Das war zu befürchten, weil die Lage dieser Beschäftigten bereits vorher prekär war. Vom nicht ausreichenden Arbeitsschutz ganz zu schweigen. Und: Prekäre Arbeit, also Minijobs oder Solo-Selbstständigkeit, Befristung und erzwungene Teilzeit, erweist sich in der jetzigen Krise als riskant, sie sichert oft nicht den Lebensunterhalt.

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■ Das neuartige Coronavirus trägt die offizielle Bezeichnung SARS-CoV-2. Es ruft die Krankheit mit dem offiziellen Namen Covid-19 hervor. Der Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar.

Ab Januar 2020 hatte sich das Virus von der Stadt Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei her ausgebreitet – inzwischen weltweit.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Ausbreitung des Coronavirus am 11. März 2020 zur Pandemie erklärt, also zu einer weltweiten Epidemie.

Alle Artikel der taz zum Thema finden sich im Schwerpunkt Coronavirus.

Eine Pandemie ist eine weltweite Epidemie, also regional nicht begrenzt. Bei einer Pandemie überträgt sich ein neuartiger Virus von Mensch zu Mensch.

■ Da es keine Grundimmunität gibt, keine spezifischen Medikamente und keine Impfung, führt das zu einer hohen Zahl an teils schweren Erkrankungen und Toten. Dies kann unter anderem zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen, wie es beispielsweise in Italien bereits regional zu beobachten war. Deshalb ist das Ziel, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig schwer erkranken.

Auf eine weitreichende Beschränkungen sozialer Kontakte hatten sich am 22. März 2020 die Bundeskanzlerin und Regierungschefs der Länder geeinigt. Damit sollte der Anstieg der Fallzahlen verlangsamt und eine Überlastung des Gesundheitssystems möglichst verhindert werden. Im April sowie im Mai beschlossen Kanzlerin und Länderchefs dann schrittweise Lockerungen. Die Kontaktbeschränkungen bleiben grundsätzlich bis zum 29. Juni bestehen. Details regeln weiterhin die Länder. (Hier eine Übersicht der Bundesregiergung zu Regelungen in den Ländern). Im Fall regionaler schneller Anstiege der Infektionszahlen sollen die Behörden vor Ort sofort mit neuen Beschränkungen reagieren.

■ Einen Abstand von mindestens 1,5 Metern soll man weiterhin draußen zu allen anderen Menschen außer der Begleitung einhalten.

■ Ein Mund-Nasen-Schutz muss in ganz Deutschland beim Einkaufen und im Öffentlichen Personennahverkehr getragen werden.

■ Seit Anfang Mai gilt: Angehörige zweier Haushalte dürfen sich grundsätzlich treffen – beispielsweise also zwei Familien oder zwei Wohngemeinschaften. In einzelnen Bundesländern gibt es darüberhinaus Spezialregelungen.

Schulen und Vorschulen sollen unter Auflagen noch vor dem Sommer wieder für alle Kinder öffnen.

■ In Kliniken und Pflegeeinrichtungen wurden die Regeln gelockert: PatientInnen oder BewohnerInnen können wieder durch eine bestimmte Person besucht werden.

Alle Geschäfte in Deutschland dürfen unter Auflagen wieder öffnen – ohne Quadratmeterbegrenzung der Verkaufsfläche.

Im Sport ist das Training unter freiem Himmel wieder erlaubt. Freizeitsportler müssen sich aber an bestimmte Auflagen halten. So muss eine Distanz von mindestens 1,5 Metern gewährleistet sein.

Die Fußball-Bundesliga hat die Saison seit Mitte Mai mit Geisterspielen fortgesetzt – zumindest die erste und zweite Liga der Männer. Die Fußballbundesliga der Frauen bleibt hingegen zunächst ausgesetzt. Vor Publikum werden in dieser Saison in jedem Fall keine Spiele mehr stattfinden.

Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. August verboten.

Bei Restaurants sollen die Bundesländer eine schrittweise Öffnungen selbst regeln. Auch für Kinos, Theater, Hotels oder Kosmetikstudios haben die Ländern die Lockerungen eigenständig zu verantworten.

■ Spielplätze sind unter Auflagen wieder geöffnet – darauf einigten sich Kanzlerin und Länderchefs bereits am 30. April.

Gottesdienste und Gebetsversammlungen sind wieder zugelassen – unter besonderen Anforderungen des Infektionsschutzes. Taufen, Beschneidungen und Trauungen sowie Trauergottesdienste sollen im kleinen Kreis möglich sein.

Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten können unter Auflagen wieder öffnen.

Aktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI).

Eine ausführliche Darstellung der COVID-19-Fälle in Deutschland bis auf Landkreisebene hat das RKI in einem Corona-Dashboard zusammengestellt. Auch gibt es tägliche Situationsberichte heraus.

Internationale Zahlen hat unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO in einer interaktiven Grafik aufbereitet.

■ Ebenso weltweite Fallzahlen stellt die Johns Hopkins University auf einer interaktiven Karte dar.

■ Die Unterschiede bei den Fallzahlen von RKI, WHO und Johns Hopkins University bedeuten nicht, dass die Zahlen falsch sind. Differenzen ergeben sich vielmehr aus Melde-Verzögerungen und unterschiedlichen Quellen: Dem RKI werden die Fallzahlen von den Gesundheitsämtern über das jeweilige Bundesland übermittelt. Es meldet die Zahlen nach einer Prüfung dann weiter an die WHO – so kommt es zu Verzögerungen. Die Daten der Johns Hopkins University kommen nach eigenen Angaben aus verschiedenen öffentlich zugänglichen Quellen und können daher von jenen Zahlen von RKI und WHO abweichen.

Eine Erkrankung an Covid-19 nach einer Infektion mit dem Coronavirus äußert sich laut Bundesgesundheitsministerium durch grippeähnliche Symptome, wie trockenem Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost sei berichtet worden.

Die Inkubationszeit beträgt nach aktuellen Erkenntnissen wohl bis zu 14 Tage: Das heißt, dass es nach einer Ansteckung bis zu zwei Wochen dauern kann, bis Symptome auftreten.

■ Wichtig: Infizierte können den Virus schon übertragen, wenn sie selbst noch keine Symptome bemerken.

Der Coronavirus wird vor allem mit einer Tröpcheninfektion übertragen. Laut Robert-Koch-Institut sind theoretisch auch eine Schmierinfektion (über kontaminierte Oberflächen) und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen möglich. Nach bisherigen Erkenntnissen verlaufen mehr als 80 Prozent der Erkrankungen vergleichsweise mild. Wer meint, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, sollte unbedingt

zu Hause bleiben und zum Telefon greifen. Dann entweder

■ beim Hausarzt anrufen

oder beim

■ Ärztlichen Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117.

Telefonisch gibt es zudem noch weitere Stellen für Informationen:

■ Die Unabhängige Patientenberatung ist zu erreichen unter: ☎ 0800 – 011 77 22

Ein Bürgertelefon hat das Bundesgesundheitsministerium eingerichtet unter: ☎ 030 – 346 465 100

Für Gehörlose und Hörgeschädigte ist ein Beratungsservice des Gesundheitsministeriums per Fax zu erreichen: ☎ 030 – 340 60 66 07, sowie per Mail unter info.deaf@bmg.bund(dot)de und info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Ein Gebärdentelefon mit Videotelefonie findet sich unter: www.gebaerdentelefon.de/bmg/

Die aktuellen Risikogebiete für Ansteckungen hat das Robert-Koch-Institut bis zum 10. April 2020 veröffentlicht. Mittlerweile hat sich Covid-19 weltweit ausgebreitet. Ein Übertragungsrisiko bestehe daher „sowohl in Deutschland als in einer unübersehbaren Anzahl von Regionen weltweit“, schreibt das RKI.

Für Reisende gibt es weitere Informationen zu Covid-19 und Reisewarnungen beim Auswärtigen Amt.

■ Zum Infektionsschutz gibt es auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) umfassende Anleitungen zum richtigen Händewaschen, zu den angemessenen Regeln beim Niesen sowie auch Merkblätter zu allgemeinen Hygiene- und Verhaltensregeln.

■ Niesen oder Husten soll man möglichst in die eigene Armbeuge und versuchen, sich seltener ins Gesicht zu fassen.

Händwaschen sollte man regelmäßig und zwar mindestens 20 Sekunden mit Wasser und Seife.

■ Reduzieren sollte man den Kontakt zu anderen Menschen derzeit so stark wie möglich, empfiehlt die BGzA. Wenn man doch in der Öffentlichkeit unterwegs ist, soll man möglichst einen Abstand von zwei Metern zu anderen Menschen einhalten.

■ Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) gilt bundesweit einheitlich und bisher richten sich die Maßnahmen der Behörden nach diesem Gesetz, schreibt unser rechtspolitischer Korrespondent Christian Rath in seinem Überblick zur Rechtslage.

■ Die Katastrophenschutzgesetze der Länder sind anwendbar, sofern sich die Lage zur Katastrophe zuspitzen sollte.

■ Die Bundeswehr kann im Rahmen der Amtshilfe heute schon tätig werden, etwa im Sanitätsbereich oder zur logistischen Unterstützung. Im Extremfall kann sie auch im Inland eingesetzt werden, um (gemeinsam mit der Polizei) die öffentliche Ordnung zu bewahren oder wiederherzustellen, etwa wenn geplündert wird oder Krankenhäuser belagert werden.

■ In den „Notstandsgesetzen“ ist das geregelt, zu denen die Artikeln 35, 87a und 91 des Grundgesetzes zählen. Die „Notstandsgesetze“ wurden 1968 gegen den Widerstand der Außerparlamentarischen Opposition (APO) beschlossen.

■ Gerüchte, Falschmeldungen und Verschwörungstheorien über das Coronavirus kursieren derzeit viele.

■ Aufklärung über viele Corona-Falschmeldungen bietet unter anderem der Verein Mimikama.at.

■ Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in englischer Sprache eine eigene Seite zur Aufklärung von Mythen über den Coronavirus veröffentlicht.

■ Zu den häufigsten Fragen hat das Robert-Koch-Institut ein FAQ zu Corona veröffentlicht.

■ Weitere Fachinformationen finden sich ebenso auch auf einer Überblicksseite des Robert-Koch-Instituts.

■ Verhaltens- und Hygienetipps und ebenso in einem FAQ die häufigsten Fragen beantwortet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Corona-Übersicht auf infektionsschutz.de.

■ Umfassend informieren kann man sich auch beim Bundesgesundheitsministerium.

■ Eine weltweite Übersicht bietet die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Bundesweite Telefonnummern im Überblick:

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117

Unabhängige Patientenberatung: ☎ 0800 011 77 22

■ Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums: 030 346 465 100

Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte: Fax: 030 / 340 60 66 – 07 sowie per Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de / info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Gebärdentelefon (Videotelefonie): www.gebaerdentelefon.de/bmg

■ Bei Sorgen ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar unter: 116 123 sowie 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222.

■ Infos über Corona auf Türkisch hat die taz in ihrem Text „Koronavirüs Almanya'da“ zusammengestellt.

■ In weiteren Sprachen sammelt die taz Info-Texte under taz.de/coronainfo

■ Hygiene-Infos in weiteren Sprachen bietet die BZgA in Hygiene-Merkblättern unter anderem auf Türkisch “Viral enfeksiyonlar – hijyen korur!“ (PDF) sowie auf Englisch “Viral infections – hygiene works!“ (PDF)

Leichte Sprache: Informationen zum Coronavirus in Leichter Sprache stellt das Bundesgesundheitsministerium zur Verfügung.

Gebärdensprache: Das Bundesgesundheitsministerium beantwortet Fragen mittels Videotelefonie und ist dafür über ihr Gebärdentelefon zu erreichen. Dazu gibt es hier noch mehr Infos. Das Gebärdentelefon ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr erreichbar. Ebenso möglich sind Fragen per Fax: 030 / 340 60 66 – 07 oder per E-Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de oder info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de.

■ Weitere Sprachen: Kurze Info-Flyer der Johanniter auf Englisch (PDF), Dari (PDF), Arabisch (PDF), Farsi (PDF), Türkisch (PDF), Russisch (PDF), Italienisch (PDF) und Französisch (PDF) hat der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bereitgestellt.

International: Informationen zum Coronavirus in verschiedenen Sprachen stellt zudem die Weltgesundheitsorganisation WHO bereit.

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