: Polizei räumt Kulturzentrum
Autonome Mit Wasserwerfern nehmen Beamte die "Luftschlossfabrik" in Flensburg ein
dpa | Die Polizei hat das autonome Kulturzentrum Luftschlossfabrik in Flensburg geräumt. Dabei stießen die Beamten am Mittwoch auch auf Widerstand. Ein Mann und eine Frau hätten sich am Nachmittag an eine pyramidenförmige Holzkonstruktion angekettet, sagte eine Polizeisprecherin. Die Polizei rückte mit schwerem Werkzeug an.
Am Morgen war die Polizei mit Wasserwerfern und mindestens einer Hundertschaft zum Gelände am Harniskai aufgezogen. Nachdem Sonderwagen die Barrikaden am Eingang durchbrochen hatten, zogen sich die geschätzt 20 Autonomen zunächst in die Gebäude auf dem besetzten Gelände zurück. Vermummte bewarfen die Beamten mit Böllern, Holzlatten und Feuerlöschern.
Anschließend schlugen Polizisten die Scheiben der Gebäude ein und stürmten den Komplex, Wasserwerfer kamen zum Einsatz. Mehrere Autonome seien daraufhin „mit einfacher körperlicher Gewalt“ abgeführt und festgenommen worden, sagte die Polizeisprecherin.
Rund ein Dutzend überwiegend jüngerer Menschen hatte seit etwa zwei Jahren Gebäude und Gelände ohne Genehmigung genutzt. Zahlreiche Bewohner verließen bereits am Vortag mit ihren Bauwagen den Standort. Ursprünglich sollte auf dem Gelände am Harniskai eine Firma für Flugboote siedeln. Anschließend lag es auch wegen Rechtsstreitigkeiten zwischen Stadt und Pächter brach.
Da der Pächter nach einem Gerichtsurteil verpflichtet gewesen sei, das Gelände geräumt der Stadt zu übergeben, habe die Polizei den damit beauftragten Gerichtsvollzieher nun unterstützt, sagte Stadtsprecher Clemens Teschendorf. Die technischen Betriebe der Stadt hätten inzwischen damit begonnen, den Abfall auf dem Gelände zu beseitigen.
Die Stadt Flensburg hatte die Räumung des Kulturzentrums am Dienstagabend erneut gebilligt. Einen Antrag, wonach die Räumung zunächst ausgesetzt werden sollte, zogen die Grünen zurück. Nach Angaben der Fraktion hätte ihn die Ratsmehrheit ohnehin abgelehnt.
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