: Polizei bestätigt Neonazifeier
Bündnis demonstriert gegen rechtsextreme Aktivitäten auf einem Hof in Niedersachsen
Bei einer Feier mutmaßlicher Rechtsextremisten auf einem Hof im niedersächsischen Eschede hat die Polizei keine strafrechtlich relevanten Verstöße festgestellt. „Für uns ist diese Veranstaltung vom letzten Wochenende damit abgeschlossen“, sagte eine Polizeisprecherin der Deutschen Presse-Agentur am Wochenende. Sie verwies darauf, dass es sich um eine Veranstaltung auf einem privaten Grundstück handelte. „Da gelten andere Bestimmungen.“
Wie die taz am Freitag berichtet hatte, hatten sich Neonazis aus ganz Deutschland am vergangenen Wochenende zu einer Sonnenwendfeier getroffen. Ein Video des Medienkollektivs „recherche-nord“ zeigt unter anderem mit einem Fackelzug eine an die NS-Zeit anmutende Szenerie. Organisiert wurde das Treffen von den Jungen Nationalisten, der Parteijugendorganisation der NPD, die inzwischen Die Heimat heißt.
Auf dem Bauernhof gibt es seit vielen Jahren Versammlungen von Neonazis, etwa zu sogenannten Sonnenwendfeiern oder Erntefeiern. Der NPD-Landesverband Niedersachsen hatte den Hof 2019 von seinem Mitglied Joachim Nahtz gekauft. Die Immobilie ist seit mehr als 30 Jahren ein Treffpunkt verschiedener rechtsextremistischer Organisationen. Nach den Erkenntnissen der Polizei waren bei dem Treffen am 15. Juni rund 50 Teilnehmer:innen vor Ort gewesen, unter denen sich auch Michael Brück von den Freien Sachsen befunden haben soll.
An diesem Samstagnachmittag versammelten sich nach Angaben der Veranstalter rund 300 Menschen in Eschede, um gegen den Neonazitreffpunkt zu demonstrieren. Sie folgten damit einem Aufruf des Netzwerks Südheide gegen Rechtsextremismus. Eine der Redner:innen war die frühere Landesbischöfin und EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann. „Wir wollen Verantwortung übernehmen für unser Land, darum sind wir heute hier“, sagte sie. „Wir wollen nicht zurück in ein vermeintlich ‚rassenreines‘ Nazideutschland, sondern gemeinsam mit vielen, mit Juden, Muslimen, Christen, Menschen ohne Religion dieses Land gestalten.“ Die Veranstaltung sei friedlich verlaufen, besondere Vorkommnisse habe es nicht gegeben, so eine Polizeisprecherin. (dpa/epd/taz)
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