Podcast „We Care!“ : Solidari- was?
Empfohlener externer Inhalt
Rund um den sogenannten internationalen Frauentag wird viel über feministische Solidarität gesprochen. Doch was bedeutet das eigentlich?
Wenn am 8. März auf der ganzen Welt Blumen verschenkt werden, gefeiert und demonstriert wird, dann geht es dabei meistens um Frauen. Der internationale Frauentag oder auch Weltfrauentag ist Anfang des 20. Jahrhunderts aus dem vorrangig sozialistischen Kampf um mehr Frauenrechte und auf Vorschlag der Sozialistin Clara Zetkin entstanden. Es ging um Wahlrecht, um Arbeiterinnenrechte, um die Emanzipation der Frau.
Doch was damals, vor genau 110 Jahren eine revolutionäre Entwicklung war, ist heute überholt. „Mein Feminismus ist nicht der, in dem es nur um Frauen geht“, sagt Ulla Heinrich, Geschäftsführerin des Missy Magazine. „Wir sollten von einem feministischen Kampftag sprechen.“ Inzwischen haben sich feministische Perspektiven entwickelt, die mehr umfassen als Frauenrechte.
Sie zielen auf die Rechte von allen sogenannten FLINT-Personen: also Rechte für Frauen-, Lesben-, inter-, nichtbinäre- und trans-Personen-Rechte. Es geht darum, über geschlechtliche Grenzen hinweg und intersektional solidarisch zu sehen. Aber was bedeutet dieser große Begriff der feministischen Solidarität? Dieser Frage gehen Ulla Heinrich und Sarah Ulrich in einer neuen Folge des taz-Podcast „We Care“ nach.
Heinrich ist seit vielen Jahren feministische Aktivistin und betont die Notwendigkeit eines intersektionalen Feminismus, in dem Privilegien reflektiert und genutzt werden, um umzuverteilen. Insbesondere weiße Frauen und cis-Männer sollten „Platz machen, Ressourcen teilen, in den Hintergrund treten und andere Anliegen nach vorne treten lassen.“
Wessen Perspektive?
Der 8. März sei daher zwar ein guter Moment, sich feministische Bewegungsgeschichte anzuschauen. Aber Heinrich sagt auch, wir sollten auch kritisch bleiben, wessen Perspektiven gehört werden. Denn: Wir könnten von nicht-weißen Bewegungen und nicht-cis-geschlechtlichen Feminist:innen viel lernen.
Entdecke die Podcasts der taz. Unabhängige Stimmen, Themen und Meinungen – nicht nur fürs linke Ohr.
Feedback willkommen! Wir freuen uns auf deine Gedanken, Eindrücke und Anregungen.
Schreib uns: podcast@taz.de
Aber es braucht Zeit, um feministische Kämpfe führen zu können. Heinrich schlägt daher vor, dass Zeit schenken somit eine Möglichkeit ist, solidarisch mit anderen zu sein. Indem man beispielsweise Kinderbetreuung oder Haushaltsaufgaben übernimmt, kann man Menschen, die sonst kaum Möglichkeiten für Selbstsorge oder politische Kämpfe haben, wertvolle Ressourcen zurückgeben, die sie sonst in Care-Arbeit stecken. „Wir müssen kleine Zellen bilden, um gegen die Verhältnisse vorzugehen“, sagt Heinrich.
Welche Strategien es für eine feministische Solidarität gibt, welche Rolle darin Kollektive spielen und warum der 8. März nur ein Tag von 365 im Jahr ist, feministisch zu kämpfen – darüber sprechen Ulla Heinrich und Sarah Ulrich in einer neuen Folge des taz-Podcast „We Care.“
„We Care!“ Der feministische taz-Podcast zu emotionaler Arbeit und Care. Immer monatlich auf taz.de, Spotify, Deezer und iTunes.
Unser Mittel gegen Antifeminismus
Wir machen linken Journalismus aus Überzeugung: kritisch, unabhängig und frei zugänglich für alle. Es gibt keinen Bezahlzwang, keine Paywall. Das geht nur, weil sich viele freiwillig beteiligen und unsere Arbeit unterstützen. Auch im Digitalen muss Journalismus, der für mehr Gleichberechtigung eintritt, finanziert werden. Unsere Leser:innen wissen: Journalismus entsteht nicht aus dem Nichts. Damit wir auch morgen noch unsere Arbeit machen können, brauchen wir Ihre Unterstützung. Schon über 48.000 Menschen machen mit und finanzieren damit die taz im Netz - kostenlos für alle. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5 Euro sind Sie dabei. Jetzt unterstützen
meistkommentiert