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Pfählen und Vierteilen

Unverständliches im Naziparadies Zwickau

In Zwickau, dem beliebten Kurort für Nationalsozialistische Untergrundratten, üben sich Staatsanwälte gern an schwierigen Textinterpretationen bei Wahlplakaten. Wie dpa gestern meldete, hatte die rechtsextreme Partei „Der III. Weg“ in der Nacht zu Montag in Zwickau Plakate mit dem Slogan „Hängt die Grünen“ angebracht. Sie seien gezielt über Wahlwerbung der Grünen platziert worden. Eine völlig unverständliche Botschaft – zumindest für örtliche Amtsjuristen. Die Zwickauer Staatsanwaltschaft sieht jedenfalls keine Notwendigkeit, die Plakate mit den umstrittenen Slogans abzunehmen. Man könne keine strafrechtliche Relevanz feststellen. Es sei nicht klar, „wer konkret angesprochen wird“. Es könne sich sowohl um Politiker als auch um Wähler der Partei handeln, hieß es. Was tatsächlich keine leichte Entscheidung ist beim Tötungsvorgang. Wichtiger für Zwickauer Staatsanwälte ist: Es braucht einfach deutlichere Botschaften. Zum Beispiel könnten markante Hinrichtungsarten den Prozess des Verstehens erleichtern: „Kreuzigt die Grünen“ – das ist eine klare Sprache! Oder „Pfählt die Grünen“. Oder „Vierteilt die Grünen“. Verständlich selbst für Zwickauer. Die so geblendet sind auf dem rechten Auge, dass sie den Wahlwald vor lauter Nazis nicht mehr sehen.

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