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■ ParkraumkriegHerwig, geh du voran!

Seit gestern ist Verkehrssenator Herwig Haase Berlins „Highest security risk“-Politiker. Der Mann mit dem Charme eines platten Gummireifens hat des Deutschen liebstes Spiel, das Autofahren, auf dem Kieker. Ein wenig jedenfalls. Denn sein City-Parkraumkonzept, das in drei Stadtbezirken das Parken einschränkt und die Autobesitzer beutelt, bedeutet für diese nichts weniger als eine Kriegserklärung. Mit feinem Gefühl für die PS-Rambos schießt schon seit Tagen die Bingo-BZ Breitseiten gegen Haases „City- Park-Chaos“. Wie die „Aktion Feuerball“ wäre die Vignetten-Operation nach einem „Geheimplan“ vorbereitet worden. Die Parkscheinautomaten seien nun „scharf gemacht“. Das Konzept komme einem „Angriff“ gegen Autofahrer und Anwohner gleich. Und um noch eins draufzusetzen, fährt das Revolverblatt für alle Mad-Max- Freaks einen wahren Schlachtplan zum Parkraumkrieg auf: „Bar- Scheck gegen Parkschreck – Das verrückteste Spiel rund ums Falschparken“. Berlin, was biste provinziell.

Vier Jahre hat Haase über der Halteregelung gekreißt. Heraus kam eine Parkmaus. Was in Stockholm, Frankfurt/Main und sogar in Peine/Salzgitter längst zum Alltag gehört, nämlich Nichtanliegern keine Chance zu geben, die Innenstädte zuzuparken, verkommt in Berlin zum Miniexperiment. Angesichts des Kampfgeheuls hätte Herwig Haase mehr riskieren können, denn dicker kann es für ihn nicht mehr kommen. Statt „scharfer“ Parkscheinautomaten am Alex, in Spandau und am Zoo sollten Modelle auf den Tisch, wie die Falschparker aus allen Bezirken gedrängt werden könnten. Statt einiger Vignetten müssen Anwohner ein Parkrecht erhalten. Statt Kurzzeitparken muß der Umstieg vom Auto auf den öffentlichen Nahverkehr aufs Tapet. „Kein Autofahrer ohne Umweltticket in die City“ hätte Haase fordern sollen. Herwig, geh du voran! hätten wir alle gerufen. Rolf Lautenschläger

Siehe Bericht Seite 23

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