: Ordnung muss sein
Tanz die Chaostheorie: Die Wee Dance Company untersucht in den Sophiensælen den „Schmetterlingsdefekt“
Einerseits. Andererseits. Und das ganze weite Feld dazwischen, das erst mal bestellt sein will. Was kümmert es einen schon, wenn der sprichwörtliche Sack Reis in China auf den Boden plumpst, und dann soll doch wieder ein Schmetterling mit einem einzigen Flügelschlag eine Kettenreaktion auslösen können, die in eben diesem China einen Sturm auszulösen vermag. Der Schmetterlingseffekt, der zwar in letzter Zeit etwas demystifiziert wurde, was aber nichts daran ändert, dass man sich weiterhin keineswegs über das Zusammenspiel der Zusammenhänge im Klaren ist. Die Geheimnisse der Welt mögen im Großen und Ganzen entschlüsselt worden sein, aber bekanntlich steckt der Teufel – ersatzweise auch der liebe Gott – im Detail. Auf der Makroebene hat man die Sache im Griff. In der Mikroschau stochert man hilflos im Vagen. Während es kaum Probleme bereitet, die Laufbahn solcher großen Klumpen wie Planeten mit ziemlicher Genauigkeit vorherzusagen, ist es unmöglich, den Kurs eines Regentropfens von seiner Wolke weg zur Erde zu bestimmen. Zufälligkeiten. Chaos als Ordnungsprinzip. Was dann genau der Tanzboden für die Berliner Wee Dance Company ist, die mit ihrem Stück „Schmetterlingsdefekt“ in den Sophiensælen im ordentlichen Chaos nach chaotischer Ordnung fahndet.
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