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Olympisches Orga-KomiteeMeet il presidente

Er traf die großen Stars des Wintersports. Der Präsident des italienischen Orga-Komitees, Giovanni Malagò, versprüht Glamour und gute Laune.

Kann immer auch anders: Giovanni Malagò Foto: Peter Kneffel/dpa

„Presidente, presidente!“ Giovanni Malagò war ein gefragter Mann an diesem Sonntagnachmittag. Der Präsident der Fondazione Milano Cortina 2026, des Organisationskomitees der Spiele, war nach Livigno gekommen, um nach dem Rechten zu sehen. Und um Michela Moioli (MM) anzufeuern, die italienische Snowboardikone. „Ich bin gleich da, ich mache alles!“, sagte er zu den Leuten, die ihn um ein gemeinsames Bild gebeten hatten.

Gleich würde die MM im Viertelfinale des Mixed-Wettbewerbs im Snowboardcross versuchen, den Rückstand wieder aufzuholen, der ihr von ihrem Partner Lorenzo Sommariva mit auf den Weg gegeben worden war. Es war ein großer Rückstand, aber irgendwie hat sie es geschafft. Halbfinale. „Sie ist ein Phänomen!“ Der Presidente war außer sich.

Seine Entourage, die in Anoraks des Centro Sportivo Esercito, der Sportbrigade der itaienischen Armee, um ihn herumwieselte, feierte. Und sie schaute gebannt die ganze Zeit auf ihre Smartphones. Dann umhalsten sie sich schon wieder. „Presidente, presidente! Wir haben Gold.“ Man lag sich in den Armen im für den OK-Chef reservierten Karree. Federica Brignone hatte drüben in Cortina d’Ampezzo gerade den Riesenslalom gewonnen. Ihr zweites Gold, nachdem sie schon den Super-G für sich hat entscheiden können.

Da war die Stimmung eh schon gut, nachdem kurz vor dem Start der Snowboardcross-Entscheidung die italienische Langlaufstaffel Bronze gewonnen hatte. Dann ging das Rennen weiter. Auch im Halbfinale führ Moioli von hinten nach vorne. „Ein Phänomen!“

Kaum Grenzen

Wieder war Malagò begeistert. Überhaupt kennt die Begeisterung in Italien um die MM kaum Grenzen. Beim Training vor dem Einzelwettbewerb hatte sie sich verletzt und gewann dann doch Bronze. Mit schweren Schürfwunden machte sich die Olympiasiegerin von 2018 dann die Runde durch die Medien. Sie wurde mindestens ebenso gefeiert wie Eisschnellläuferin Francesca Lollobrigida, die nach den 3.000 Metern auch noch die 5.000 Meter gewonnen hat.

Am Ende durfte Malagò, der bis Juni 2025 Präsident des italienischen Olympiakomitees Coni war, Moioli zu Silber gratulieren. Da wusste er bereits, dass Biathletin Lisa Vitozzi in Antholz gerade die Verfolgung gewonnen hatte. Innerhalb von einer Stunde hatte Italien drei Medaillen gewonnen, den bisherigen Medaillenrekord von Lillehammer 1994 eingestellt. Malagò gelang es schnell, wieder staatsragend zu werden. „Ich denke, jeder, der sich mit Sport auskennt, weiß genau, was ich in meinen zwölf Jahren als Präsident des Coni erreicht habe.“ Ah, so ist das also. Grazie, presidente!

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