Olympia Bewerbung Berlin: Noch viel Überzeugsarbeit
Berlins Senat stellt Olympiakampagne vor. Im Fokus: die Jugend und der Ausbau der Sportinfrastruktur. Gegner:innen halten Bewerbung für aussichtslos.
Der offizielle Startschuss für die Berliner Kampagne zur Bewerbung um die Olympischen und Paralympischen Spiele ist gefallen. Es war einer der Termine, die vermutlich zu den Lieblingsterminen von Berlins tennisaffinem Regierendem Bürgermeister gehören.
Im Velodrom stellte Kai Wegner (CDU) am Freitag zusammen mit Berlins Olympiabeauftragtem Kaweh Niroomand die ersten neun Kampagnenmotive und das Kampagnenlogo vor. Zugegen waren auch die Senatorinnen für Inneres und Sport, Iris Spranger (SPD) und Katharina Günther-Wünsch (CDU, Bildung, Jugend und Familie).
Der Titel der Kampagne: „Berlin gewinnt mit Olympia“. Mit den Kampagnenmotiven soll ab sofort in der Hauptstadt gute Stimmung bei der Bevölkerung für Olympia gemacht werden. Im November hatte eine Umfrage im Auftrag des Tagesspiegels eine große Ablehnung für eine Bewerbung gezeigt. Die Gegner einer möglichen Ausrichtung der Spiele in Berlin planen für das nächste Jahr einen Volksentscheid. Auch die Linkspartei und die Grünen haben sich in großen Teilen gegen die Spiele positioniert.
Über 55 marode Sporthallen
Sie halte eine Bewerbung „für völlig aussichtslos“ und vom Senat „von Beginn an lustlos organisiert“, sagte Klara Schedlich, sportpolitische Sprecherin der Grünen, zur taz. Besser wäre, das Geld direkt in den Berliner Sport statt in PR-Mittel zu stecken. „Wir haben ein massives Problem mit über 55 maroden Sporthallen und Bädern. Da kann gar kein Sport mehr stattfinden – auch kein Schulsport.“
Er verbinde mit der Bewerbung das Ziel, eine bessere Sportinfrastruktur für die Sportmetropole Berlin und die hiesigen Sportvereine zu schaffen, sagte Wegner am Freitag bei der Auftaktveranstaltung vor rund 300 Gästen. Auch 150 Kinder waren darunter. Die hatte Wegner im Blick, als er sagte, vor allem „für unsere Kinder und Jugendlichen“ sei die Bewerbung um die Spiele eine große Chance. Und, an die Älteren gewandt: „Viele von uns haben Olympische Spiele noch nie im eigenen Land erlebt.“
Die Volksinitiative des Landessportbundes (LSB) für eine Bewerbung hat mit über 28.000 gesammelten Stimmen einen Beschluss im Abgeordnetenhaus gefordert. Die Organisatoren wollen die Bevölkerung jetzt unter anderem auch mit Workshops, Onlineseminaren sowie Kieztouren aktiv einbinden.
Thomas Härtel, Präsident des LSB, sagte am Freitag im RBB24 Inforadio, zwar sei noch viel Überzeugungsarbeit nötig, er aber sei überzeugt, dass man eine gute Stimmung für die Bewerbung erzeugen könne. Es gehe etwa um die Sanierung und den Neubau von Sportstätten. Davon würden alle Menschen etwas haben.
Die finale Entscheidung über den deutschen Bewerber soll auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) am 26. September fallen. Unter anderen wirft auch München den Hut in den Ring. Offen ist, ob der DOSB sich für die Spiele 2036, 2040 oder 2044 bewirbt. Knapp eine Woche zuvor finden die Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus statt. (mit dpa)
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