superlative und wir: Olle Schwämme
Forscher finden ältestes Wesen
Mit einem Alter von mehr als 10.000 Jahren ist ein antarktischer Riesenschwamm vermutlich das älteste Lebewesen der Welt. Das haben die BiologInnen Susanne Gatti und Thomas Brey vom Bremerhavener Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) herausgefunden, wie die Zeitschrift „Bild der Wissenschaft“ in ihrer Novemberausgabe berichtet.
Da der zwei Meter hohe vasenförmige Schwamm anders als Bäume und Muscheln keine Jahresringe hat, berechneten die Bremer Forscher sein Alter anhand des Sauerstoffverbrauchs. Je weniger Sauerstoff die Tiere benötigten, desto geringer seien auch ihr Stoffwechsel und Wachstum, argumentieren die Forscher.
Bislang hatten Wissenschaftler knorrige Grannenkiefern aus den USA für die ältesten Lebewesen der Welt gehalten. Sie werden bis zu 5.000 Jahre alt. Ähnlich wie die Bäume wachsen die Riesenschwämme der Art Scolymastra joubini extrem langsam.
Das zwei Meter große Exemplar hatte vor rund 20 Jahren der amerikanische Wissenschaftler Paul Dayton auf dem Meeresboden in der Antarktis entdeckt. Über zehn Jahre hinweg vermaß er das Tier immer wieder und stellte kaum Wachstum fest.
Die beeindruckende Größe des vielzelligen Wassertiers könne also nur auf das Alter zurückgehen, lautete die Annahme der AWI- Forscher. Mit der Messung des Sauerstoffverbrauchs bestätigten sie die Hypothese vom biblischen Alter des „Methusalem der Meere“.
dpa
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