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Ölteppiche auf dem Teltowkanal

■ Illegal eingeleitete Substanzen verdrecken regelmäßig die Wasseroberfläche / Behörden reagieren nur zögerlich

Fünf Stunden lang flossen am Dienstag dieser Woche ölhaltige Substanzen, vermutlich Dieselheizöle, aus einem Zuflußregenkanal in den Teltowkanal und verdreckten eine Wasseroberfläche von sechshundert Quadratmetern. Am gleichen Tag informierte der Fischereiaufseher Harald Böhm zum wiederholten Mal die Umweltkripo und die Berliner Wasserbetriebe über die illegalen Dreck- und Abwassereinleitungen in den Teltowkanal an der Teubertbrücke in Mariendorf. Die zuständigen Wasserbetriebe errichteten erst nach mehreren Stunden eine Ölsperre.

Der Vorgang ist kein Einzelfall. Bereits seit fünf Jahren beobachten Anwohner zwei- bis dreimal in der Woche ölhaltige Abwassereinleitungen an der Teubertbrücke. In diesem Jahr war aus diesem Grund bereits sechsmal die Feuerwehr gerufen worden. Fünf Jahre lang passierte so gut wie nichts. „Die Behörden wußten Bescheid, aber eine längerfristige Lösung wurde nicht in Angriff genommen“, so der Vorwurf von Harald Böhm. Er kritisiert auch die bisherige Vorgehensweise der verantwortlichen Wasserbetriebe und der Senatsverwaltung für Umweltschutz bei den Ermittlungen. Statt nur zu „deckeln“, das heißt nur in den Hauptkanal reinzugucken, hätte man hinabsteigen und die Zuflußkanäle untersuchen müssen, um dem Verursacher auf die Spur zu kommen. Den vermutet er bei einer der umliegenden Firmen.

Vor drei Tagen erstattete Harald Böhm Anzeige. Gegen Unbekannt, aber auch gegen die Wasserbetriebe, die seiner Meinung nach in der Sache „nicht die notwendigen Schritte unternehmen“. Daraufhin waren die Umweltkripo, die Wasserbetriebe und die Senatsverwaltung für Umweltschutz gestern und vorgestern verstärkt im Einsatz vor Ort und suchten den Verursacher. Manfred Beier von der Umweltkripo bestätigte, daß Mitarbeiter gestern direkt in den Zuflußkanal hinabgestiegen seien. Auch würden im Umkreis von 600 Metern sämtliche Kanaleinstiege kontrolliert sowie alle Firmen, die im Einzugsgebiet des Regenwasserkanals lägen, geprüft.

Die Berliner Wasserbetriebe wissen seit bereits vier Jahren von den illegalen Öleinleitungen. Vor vier Jahren habe man die erste Ölsperre installiert, so Eike Krüger, Sprecher der Wasserbetriebe. Man habe auch „versucht, nachzuvollziehen, woher das Öl kommt“. Bisher allerdings ohne Erfolg.

„Die Ermittlungen laufen“, so Gabriele Schulze von der Arbeitsgruppe Gewässerreinhaltung von der Umweltverwaltung. Die bisherige Erfolglosigkeit bei der Suche nach dem Täter erklärte sie mit der Schwierigkeit, daß es sich nur um sporadische Einleitungen und um ein sehr großes Einzugsgebiet des Regenwasserkanals handele. „Da hat man das Problem, daß man zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein muß, sonst ist die Spur weg.“ Patricia Pantel

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