piwik no script img

Ökologie in der beruflichen Bildung

■ Neue Ausbildung in der Akademie Hosüne

Das Ziel der ökologischen Akademie Hosüne ist es, ein Ort des Austausches, des Lernens und Lehrens, des Sammelns und Entwickelns von umweltfreundlichen und gesamtgesellschaftlich vertretbaren Lebensweisen zu werden. Hosüne soll im Bereich ökologisches Wirtschaften, Arbeiten und Leben das entstandene Wissen sammeln, aufbereiten und weitergeben. Sie ist ein Zusammenschluß von Menschen und Firmen, die sich im Beruf ökologisch engagieren und Interesse daran haben, das in der Praxis erworbene Wissen weiterzugeben.

Die Besonderheit der ganzheitlichen Konzeption der ökologischen Akademie liegt darin, daß sie berufliche Praxis und Konzeption von beruflicher Bildung kurzschließt. An dieser Nahtstelle ist normalerweise ein aufwendiger Befragungs- und Erhebungsapparat eingebaut. Der ist aber so schwerfällig, daß die berufliche Bildung selten auf dem Stand der Praxis ist. Im ökologischen Bereich ist eine solche Befragungsstruktur noch nicht vorhanden, es gibt noch kaum curricular organisierte Ausbildungsgänge. Die besondere Struktur der ökologischen Akademie erscheint uns deshalb für den Bereich ökologischer Berufsbildung besonders geeignet zu sein.

Ein neues Berufsfeld:

Kauffrau/Kaufmann im Einzelhandel, Fachbereich Naturkost/Naturwaren.

Naturkost ist nicht Bionahrung. Naturkost und Naturwaren sind Produkte, die mit einem Leben in Ehrfurcht vor natürlichen Zusammenhängen vereinbar sind. Sie sollen in jeder Hinsicht, von der Erzeugung über den Vertrieb, von den Arbeitsbedingungen aller Beteiligten bis hin zu den Rückständen und Abfällen, in das komplexe ökologische System passen. Ein zentraler Bereich, in dem dieses ganzheitliche Bild von Naturkost und Naturwaren lebendig wird, ist das Gespräch zwischen LadnerInnen und KundInnen.

Der Naturkost Nordwest e.V. hat die Idee einer LadnerInnenausbildung entwickelt. Wir, die „Ökologische Akademie Hosüne“, haben diese Idee mit einiger Faszination aufgegriffen und sie in Bezug gebracht zu den bestehenden Aufbildungssystemen für Einzelhandelskaufleute. Daraus entwickelte sich dann der gesammte Plan einer Umschulung. Eine solche Umschulung wurde in Berlin bereits durchgeführt. Seit 24 Monaten werden LadnerInnen nun auch bei uns ausgebildet. Wir hatten sicher viele Anlaufschwierigkeiten gemeinsam zu bewältigen, aber es ist ein interessantes Angebot geworden. Der zweite Kurs begann am 2. Juli des vergangenen Jahres.

Selbstdarstellungen von Projekten und Initiativen an: taz, Am Dobben 123, 2800 Bremen 1

50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen