: Obdachlose in die Oper
Obdachlose Männer sollen die Schilleroper auf St. Pauli beziehen. Das hat der Bezirkschef aus Mitte, Rolf Miller (SPD), nach Informationen der taz hamburg gegen den Willen von GAL, CDU sowie seiner Sozialdezernentin durchgesetzt. Die hatte sich Anfang Mai erfolgreich geweigert, dort 88 afghanische Flüchtlinge einzuweisen. Denn unter den frischen Tapeten tummelten sich Schimmel und Ungeziefer. Gestern sollte das Verwaltungsgericht über die Zumutbarkeit entscheiden. Doch die Kammer setzte den Termin ab: „Herr Miller hat verbindlich zugesagt, die Flüchtlinge anderweitig unterzubringen“, so ein Sprecher. Tatsächlich sind die Afghanen diese Woche in Unterkünfte in Mitte umgezogen, mit denen sie, so der Flüchtlingsrat, einverstanden sind. Daß jetzt Obdachlose in die Oper sollen, hat einzig finanzielle Gründe: Der Bezirk hat das marode Gebäude seit April für zwei Jahre für 50.000 Mark monatlich gemietet. hh
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