piwik no script img

Nitsch verklagt Hessischen Rundfunk

Berlin (taz) - Der österreichische Aktionskünstler Hermann Nitsch hat rechtliche Schritte gegen den Hessischen Rundfunk angekündigt. Das ARD-Kulturmagazin „Titel, Thesen, Temperamente“ hatte am Sonntag abend in dem Beitrag Satanische Feste einen frühen Film Nitschs gezeigt, in dem eine rituelle Vergewaltigung dargestellt wird. Die Sendung hatte heftige Zuschauerreaktionen ausgelöst. Daraufhin empfahl das hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst der Städelschule, einer staatlichen Kunsthochschule in Frankfurt, die geplante Berufung Nitschs als Professor zu überdenken. Der Rektor der Schule, Kaspar König, will an der Berufung Nitschs für das kommende Semester festhalten. König sprach gestern von einer Diffamierung des Ansehens von Nitsch und der Städelschule. Die Berichterstattung sei „ein Eingriff in die Berufungspolitik der Hochschule mit demagogischen Mitteln“. Laut König könnte das Ministerium seine Unterschrift verweigern.

Der Film, der im Anschluß an eine Dokumentation über Satanismus in der BRD lief, sei aus dem Zusammenhang gerissenes Rohmaterial, das von ihm nicht autorisiert worden sei, sagte Nitsch. Das sei „journalistisch verantwortungslos“. Die Sendung habe willkürlich gewählte Ausschnitte der Aktion zu Unrecht mit Okkultismus in Verbindung gebracht. Seine Arbeit habe gar nichts mit Vergewaltigung oder Menschenquälerei zu tun.

beba

50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen