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Niedergeschmettert!

■ Volleyball-EM: Überraschungssieg der CSFR-Frauen gegen BRD

Bari (dpa) — Niedergeschlagenheit statt Jubel. Wie benommen sanken Renate Riek, Ariane Radfan und Co. nach der unerwarteten 1:3-Abfuhr gegen die CSFR auf den Hallenboden des „Palazzetto dello Sport“ in Bari. Die angestrebte Teilnahme am EM-Finale als Sprungbrett für Olympia 1992 ist für Deutschlands Volleyballerinnen durch eine überraschende Niederlage zum Rechenexempel geworden.

Minutenlang herrschte auch auf der Bank pures Entsetzen. Erst allmählich überwand Bundestrainer Siegfried Köhler seine Fassungslosigkeit. „Wir haben ohne Aggressivität agiert und dieses Spiel völlig unnötig selbst aus der Hand gegeben“, ärgerte sich der Erfolgscoach, der mit der DDR-Auswahl zuletzt dreimal in Folge das EM-Endspiel erreicht hatte. „Gerade von den Spielerinnen aus der früheren DDR muß ich erwarten können, daß sie in solchen Partien die Kastanien aus dem Feuer holen.“ Gemünzt war diese Kritik vor allem auf Spielerinnen wie die 28jährige Maike Arlt oder die zwei Jahre jüngere Ariane Radfan, beide 1989 Mitglieder des Vizeeuropameister-Teams aus der DDR. Während die Jungen im Team wie Christina Schultz oder Karin Steyaert keinen Ball verloren gaben, verkrampften die Routiniers. Doch auch der erfolgsgewohnte Bundestrainer übte Demut: „Ich muß künftig mutiger sein beim Auswechseln.“ Gelingt es ihm nicht, die Mannschaft ganz schnell moralisch wieder aufzurichten, fährt der Zug zu Olympia ohne Deutschlands Volleyballerinnen ab.