Neuer FAO-Generalsekretär José da Silva: Kämpfer gegen den Hunger
Der Kampf der Vereinten Nationen gegen den Hunger hat ein neues Gesicht: José Graziano da Silva. Der Brasilianer befasst sich seit langem mit der Lebensmittelsicherheit.
José Graziano da Silva hat vorgesorgt. Die Nahrungsmittelpreise werden auch in den kommenden Jahren hoch sein, sagte der neue Generalsekretär der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO). Und die Ursache hat er auch schon ausgemacht: "Solange wir keine stabilere Finanzsituation in der Welt erreichen, werden die Rohstoffpreise diese Instabilität widerspiegeln."
Der 61-jährige Brasilianer hatte sich am Sonntag bei der Wahl knapp gegen Spaniens Ex-Außenminister Miguel Ángel Moratinos durchgesetzt. Der Wirtschaftsprofessor löst damit Jacques Diouf ab, der die FAO seit 1993 geleitet hatte. Da Silva ist der erste Lateinamerikaner an der Spitze der 1945 gegründeten FAO, mit 3.600 Mitarbeitern die größte Organisation der UN.
Da Silva, Agraringenieur und Professor für Ökonomie und seit den 70er Jahren mit dem Thema Ernährungssicherheit beschäftigt, ist in der FAO kein Unbekannter. Seit 2006 leitete er das Regionalbüro Lateinamerika und die Karibik der FAO und war bereits stellvertretender Generaldirektor.
Da Silva bringt Erfahrung im Kampf gegen Hunger und Unterernährung mit. 2001 machte ihn der damalige brasilianische Präsident Lula da Silva zum Sonderminister für Ernährungssicherheit. José Graziano da Silva leitete das neue Programm "Fome Zero" (Null Hunger). Nach offiziellen Schätzungen sank die Zahl der unterernährten Menschen in Brasilien innerhalb von fünf Jahren um 25 Prozent, 24 Millionen Brasilianer entkamen der extremen Verarmung.
Ähnliches versuchte da Silva, als er 2006 den Posten des Regionalchefs der FAO übernahm. Mit der Initiative "Lateinamerika und Karibik hungerfrei" soll es bis 2025 keinen Hunger mehr in der Region geben. Ob dies gelingt, ist jedoch auch 14 Jahre vor der zeitlichen Ziellinie zweifelhaft.
Da Silva setzt dabei auf kleinbäuerliche Strukturen. Vorschusslorbeeren für sein neues Amt kommen deshalb auch eher von Hilfsorganisationen. "Graziano hat das nötige Engagement, die Erfahrung und die Fähigkeiten, um unser kaputtes Ernährungssystem zu reformieren und den Wechsel in eine neue landwirtschaftliche Zukunft zu vollziehen", zeigt sich Oxfam hoffnungsfroh.
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