piwik no script img

Neue Zweifel an Roland Koch

WIESBADEN taz ■ Fast täglich wird der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) wegen der Schwarzgeldaffäre seiner Partei mit neuen Vorwürfen konfrontiert. Er habe im Berliner Untersuchungsausschuss falsch ausgesagt, sein frühzeitiges Wissen um einen Unterschlagungsskandal verschwiegen, hieß es am Mittwoch. Diese Vermutung stützt sich auf die Aussage eines CDU-Abgeordneten, der den Rechenschaftsbericht der Partei moniert und die gesamte Fraktion schon Anfang 1993 darüber informiert habe. Koch reklamierte, er habe von dem Fall erst drei Monate später erfahren, und ihn für abgeschlossen gehalten. Das Finanzloch von 2,2 Millionen Mark, das ein untreuer Buchhalter 1992 in der Partei- und Fraktionskasse hinterließ, war vom Landesvorstand mit Geld unbekannter Herkunft wieder aufgefüllt worden. Grüne und SPD vermuten, dass Schwarzgeld aus der Schweiz geflossen sein könnte. Im hessischen Untersuchungsausschuss ging es gestern um kleinere Beträge. Aber auch diese lassen, so die Opposition, Schlüsse auf das Finanzgebahren der CDU zu. Noch 1999 seien 190.000 Mark nicht ordnungsgemäß verbucht worden. HEI

brennpunkt SEITE 3, meinung SEITE 11

Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen