Nachrichten zur Coronakrise: Fünfte Welle in Frankreich

In Frankreich verdoppelt sich die Infektionszahl. In Deutschland steigt die 7-Tage-Inzidenz auf einen neuen Höchststand. Israel startet mit der Kinderimpfung.

Demonstranten in Amsterdam

Nicht nur in Amsterdam gibt es Proteste gegen die Corona-Maßnahmen in den Niederlanden Foto: Peter Dejong/AP

Fünfte Coronawelle in Frankreich

Auch in Frankreich schnellen die Corona-Infektionszahlen derzeit wieder in die Höhe. „Die fünfte Welle ist blitzschnell gestartet“, sagte Regierungssprecher Gabriel Attal am Sonntag bei einer Pressekonferenz. Im Sieben-Tages-Schnitt lag die Zahl der täglichen Neuinfektionen am Samstag bei 17.153. Eine Woche zuvor war dieser Wert nur gut halb so hoch gewesen.

Im Vergleich zu den vorangegangen Wochen ist der Anstieg bei der Zahl der Neuinfektionen dramatisch. Bislang hatte es drei Wochen gedauert, bis sich der Sieben-Tages-Schnitt der täglichen Neuinfektionen verdoppelte. (afp)

Mehrere Tausend demonstrieren in Brüssel

Mehrere Tausend Menschen sind in Brüssel gegen verschärfte Corona-Maßnahmen in Belgien auf die Straße gegangen. Die Demonstration sei von der Stadt Brüssel genehmigt worden, sagte eine Sprecherin der Polizei Brüssel-Ixelles der Nachrichtenagentur Belga zufolge am Sonntag. Die Demonstrantinnen und Demonstranten kritisieren dem Bericht zufolge etwa, dass es zuletzt öfter nötig ist, ein Corona-Zertifikat etwa in Restaurants und anderen Lebensbereichen vorzuzeigen. Ähnlich wie in Deutschland war die Zahl der täglichen Corona-Infektionen auch in Belgien in den vergangenen Wochen deutlich gestiegen. (dpa)

Sorge wegen Radikalisierung in Österreich

In Österreich droht nach Einschätzung von Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) eine weitere Radikalisierung der Gegner der Corona-Maßnahmen. Das sei sein Eindruck aufgrund der Kontrollen der 2G-Regel und von Vorkommnissen bei der Demonstration von rund 40 000 Menschen am Samstag in Wien, sagte Nehammer am Sonntag.

Ein konkretes Beispiel für die Gewaltbereitschaft sei ein Brandanschlag auf ein Polizeiauto in Linz. Die beiden Tatverdächtigen hätten danach zugegeben, dass sie dabei die beiden Polizisten, die sie zuvor kontrolliert hätten, töten wollten. „Das ist ein Ausmaß an Radikalisierung, das in keiner Weise hinnehmbar ist.“ Es gebe Morddrohungen gegen den Kanzler und den Gesundheitsminister. (dpa)

Israel startet Impfung von Kindern

Die Impfung von Kindern im Alter von fünf bis elf Jahren gegen das Coronavirus soll in Israel am Dienstag beginnen. „Dies sind spezielle Vakzine für Kinder, sie sind angepasst worden und es ist nur ein Drittel der Dosis, die Erwachsene erhalten“, sagte Regierungschef Naftali Bennett am Sonntag bei der wöchentlichen Kabinettssitzung in Jerusalem. Millionen Kinder auf der Welt, vor allem in den USA, hätten sie bereits erhalten. „Die Impfstoffe sind sicher und effektiv, sie gewähren die Gesundheit unserer Kinder.“

Bennett verwies auf die jüngste Corona-Welle in Europa; auch in Israel sei wieder ein gewisser Anstieg des R-Faktors zu beobachten. „Der Winter beginnt und wir stehen offenbar vor einer Erkrankungswelle bei Kindern.“

Der Ministerpräsident bekräftigte, sein eigener Sohn David werde „einer der ersten“ sein, der den Impfstoff für Kinder in dieser Altersgruppe erhalten werde. „Dies erwarte ich auch von allen anderen israelischen Eltern, und gewiss von Ministern, die Kinder und Enkelkinder im relevanten Alter haben.“ (dpa)

Inzidenz wieder auf Höchstwert

Die bundesweite Corona-Inzidenz ist erneut auf einen neuen Höchststand gestiegen und damit den 14. Tag in Folge. Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldete am Sonntag eine Sieben-Tage-Inzidenz von 372,7 nach 362,2 am Samstag. Vor einer Woche lag der Wert bei 289. Zudem verzeichnete das RKI binnen 24 Stunden 42.727 Neuinfektionen. Das sind 9.229 Fälle mehr als am Sonntag vor einer Woche. 75 weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus. Damit erhöht sich die Zahl der gemeldeten Todesfälle binnen eines Tages auf 99.062. Insgesamt fielen in Deutschland bislang mehr als 5,35 Millionen Corona-Tests positiv aus.

Die Hospitalisierungsrate gab das RKI zuletzt mit 5,34 an, der Höchststand lag Mitte Dezember des vergangenen Jahres bei über 15. Der Wert gibt an, wie viele Corona-Infizierte je 100.000 Ein­woh­ne­r*in­nen binnen sieben Tagen in Krankenhäuser eingewiesen wurden. Er soll nach Beschluss von Bund und Ländern künftig Maßstab für eine Verschärfung der Corona-Schutzmaßnahmen sein. Ab einer Inzidenz von drei in einem Bundesland soll die 2G-Regel gelten, ab sechs die 2G-Plus-Regel und ab neun sollen weitere Maßnahmen verhängt werden können.

Die Hospitalisierungsrate ist wegen eine großen Meldeverzugs als Indikator allerdings sehr umstritten. Laut einer Berechnung von Wis­sen­schaft­le­r:in­nen der Ludwig-Maximilians-Universität in München sind die vom RKI angegeben Werte “systematisch zu niedrig und zwischen den Bundesländern nicht vergleichbar.“

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Laut ihren Berechnungen habe die Hospitalisierungsrate in Bayern am Donnerstag bei 18,72 und nicht wie vom RKI angegeben bei 8,15 betrage. In Thüringen lag sie demnach gar bei 33,5, statt der vom RKI gemeldeten 18,6.

Starke Anstiege der Infektionszahlen gibt es weiter vor allem im Südosten, aber auch in anderen Bundesländern breitet sich das Coronavirus weiter aus. In Sachsen stieg die Inzidenz auf 862,1, in Bayern legte sie auf 639,4 zu. Dann folgt Thüringen mit 628. Einen starken Anstieg verzeichneten zuletzt auch Brandenburg mit nunmehr 559,5 und Sachsen-Anhalt mit einer Inzidenz von 500. In den fünf Ländern ist die Impfquote unterdurchschnittlich. 18 Landkreise registrieren inzwischen sogar Werte von mehr als 1000, zwei Landkreise mehr als noch am Vortag. Die niedrigste Inzidenz weist Schleswig-Holstein mit 134,6 auf. (rtr/taz)

Mehrere EU-Länder jetzt Corona-Hochrisikogebiete

Wegen stark steigender Infektionszahlen gelten Belgien und ein Großteil der Niederlande seit Sonntag als Corona-Hochrisikogebiete. Auch das bei Urlaubern beliebte Griechenland sowie Irland fallen nach einer Einstufung durch die Bundesregierung in diese Kategorie. Im Fall der Niederlande sind die Überseegebiete Aruba, Curacao und Sint Maarten ausgenommen. Das Robert-Koch-Institut (RKI) hatte die Regelung am Freitag bekanntgegeben.

Wer aus einem Hochrisikogebiet einreist und nicht vollständig geimpft oder genesen ist, muss für zehn Tage in Quarantäne und kann sich frühestens fünf Tage nach der Einreise mit einem negativen Test davon befreien. Von der Liste der Hochrisikogebiete gestrichen wurden am Sonntag: Französisch Guayana, Neukaledonien, Costa Rica, Guatemala, Guayana und Suriname.

In der Europäischen Union hatte es im Spätsommer zwischenzeitlich gar keine Corona-Hochrisikogebiete gegeben. Als Hochrisikogebiete werden Länder und Regionen mit einem besonders hohen Infektionsrisiko eingestuft. Dafür sind aber nicht nur die Infektionszahlen ausschlaggebend. Andere Kriterien sind das Tempo der Ausbreitung des Virus, die Belastung des Gesundheitssystems oder auch fehlende Daten über die Corona-Lage.

Mit der Einstufung als Hochrisikogebiet ist automatisch auch eine Reisewarnung des Auswärtigen Amts verbunden. Sie erleichtert Touristen die kostenlose Stornierung bereits gebuchter Reisen, bedeutet aber kein Reiseverbot. (dpa)

Erneut Ausschreitungen bei Protesten in den Niederlanden

In den Niederlanden ist es die zweite Nacht in Folge zu Ausschreitungen bei Protesten gegen die Coronamaßnahmen gekommen. In Den Haag setzte die Polizei am Samstagabend Wasserwerfer gegen Ran­da­lie­re­r*in­nen ein, die die Be­am­t:in­nen mit Feuerwerkskörpern attackierten sowie Ampeln und Verkehrsschilder beschädigten, wie die Polizei auf Twitter mitteilte.

Auch in anderen Städten kam es zu kleineren Ausschreitungen, vor allem von Jugendlichen. In Amsterdam kamen mehrere tausend De­mons­tran­t*in­nen zu einem Protestmarsch zusammen, obwohl die Kundgebung von den Or­ga­ni­sa­to­r:in­nen nach den gewaltsamen Ausschreitungen in Rotterdam ab Abend zuvor eigentlich abgesagt worden war. Begleitet von einem großen Polizeiaufgebot verlief der Protest allerdings friedlich.

Am Freitagabend waren in Rotterdam Proteste gegen die Coronabeschränkungen eskaliert. Autos waren in Brand gesetzt, Po­li­zis­t:in­nen mit Feuerwerkskörpern und Steinen beworfen worden. Die Polizei feuerte Warnschüsse ab und setzte Wasserwerfer ein. Drei De­mons­tran­:in­nen wurden den offiziellen Angaben zufolge durch Schüsse verletzt. 51 Menschen wurden festgenommen, davon waren rund die Hälfte Jugendliche.

Bürgermeister Ahmed Aboutaleb hatte anschließend von einer „Orgie der Gewalt“ gesprochen. Po­li­zis­t:in­nen seien gezwungen gewesen, ihre Waffen zu ziehen und direkt zu schießen. Justizminister Ferd Grapperhaus sprach von extremer Gewalt gegen Polizei und Feuerwehr. (rtr)

NRW-Städte bauen wegen großer Nachfrage Impfangebote aus

Lange Schlangen vor den Impfstellen und mobilen Impfeinheiten: Derzeit kommen die Städte und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen mit dem Impfen gegen Corona kaum hinterher. Nach der Schließung der großen Impfzentren Ende September herrscht vor allem in den Großstädten hektische Betriebsamkeit beim Wiederaufbau der Impfstrukturen.

Die Hausärztinnen und -ärzte können angesichts der explodierenden Corona-Zahlen den rapide gestiegenen Bedarf an Auffrischungsimpfungen nicht allein bewältigen. In vielen Regionen bekommen die Menschen erst wieder im kommenden Jahr in den Arztpraxen Termine für die sogenannten Booster-Impfungen. Die Städte müssen ihre Angebote nach dem Willen der Landesregierung so schnell wie möglich auch mit stationären Impfstellen erweitern. Das schafft eine Menge Probleme. (dpa)

Schwesig kritisiert Spahn wegen Biontech-Begrenzung

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) wegen der Begrenzung der Ausgabe von Biontech-Impfdosen an Hausärzte kritisiert. Das Gesundheitsministerium werfe damit „Brocken in das Impfgetriebe“, sagte Schwesig der Bild am Sonntag. „Ich habe kein Verständnis mehr für dieses Hin und Her.“ Angesichts der schwierigen Corona-Lage forderte Schwesig, die angekündigte Begrenzung „unverzüglich“ zurückzunehmen.

Das Ministerium hatte am Freitag angekündigt, dass die Höchstabgabemenge von Biontech-Impfstoff auf 30 Impfdosen pro Woche pro niedergelassenem Arzt oder niedergelassener Ärztin beschränkt werde. Hintergrund ist demnach, dass die Medizinerinnen und Mediziner derzeit zu mehr als 90 Prozent Biontech nachfragen. Das Ministerium warb dagegen dafür, vermehrt den Moderna-Impfstoff einzusetzen, da andernfalls ab Anfang kommenden Jahres der Verfall bereits eingelagerter Dosen drohe.

Mit der Frage befassen sich nach Angaben von Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsministerin Stefanie Drese (SPD) am Montagnachmittag nun auch die Ländergesundheitsminister in einer Schaltkonferenz. Der derzeitige Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz (GMK), Bayerns Ressortminister Klaus Holetschek (CSU), nannte die Lieferbegrenzungen in der „Bild am Sonntag“ „inakzeptabel“. Sie zerstörten Vertrauen und müssten „sofort zurückgenommen werden“. (afp)

Tourismusbeauftragter rechnet mit Corona-Impfpflicht

Der Tourismusbeauftragte der geschäftsführenden Bundesregierung, Thomas Bareiß, rechnet mit einer Corona-Impfpflicht in Deutschland. Die sich immer mehr zuspitzende Lage mache deutlich, dass eine Impfpflicht früher oder später nicht vermeidbar sei, sagte der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. „Es war in der Rückschau betrachtet falsch, das nicht gleich von Anfang an zu sehen. Die damalige Hoffnung ist nachvollziehbar, aber war nicht realistisch.“

Nach der Ankündigung Österreichs, im Februar eine Corona-Impfpflicht einzuführen, wird auch in Deutschland über das Thema diskutiert. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte gesagt, er glaube, man werde am Ende darum nicht herumkommen. Vertreter von SPD und FDP lehnen eine Impflicht ab.

Bareiß sagte: „Für mich ist es politisch nicht mehr verantwortbar, dass ganze Branchen, Einzelhändler, Restaurantbetriebe, Clubs, Bars und die ganze Kino-, Kultur- und Veranstaltungsszene 20 Monate im staatlich verordneten Krisenzustand leben und vor großen Existenzängsten stehen, während sich andere die Freiheit nehmen, sich nicht zu impfen.“ Man habe bisher mit historischen Maßnahmen und Summen viele Unternehmen retten können. Auf Dauer gehe das nicht. (dpa)

Diakonie-Aufsichtsratschef fordert Impfpflicht für alle

Der Aufsichtsratsvorsitzende des Diakonischen Werkes evangelischer Kirchen in Niedersachsen, Thomas Hofer, hat sich für eine generelle Impfpflicht in Deutschland ausgesprochen. Er könne sich zwar auch eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen, zum Beispiel in der Pflege, vorstellen. Aber das reiche nicht, betonte der Oberlandeskirchenrat am Samstag bei der braunschweigischen Landessynode.

Corona sei eine soziale Herausforderung und nicht nur eine Frage der individuellen Gesundheit, so Hofer. Vor diesem Hintergrund appellierte er an die Öffentlichkeit: „Lassen Sie sich impfen und übernehmen Sie damit Verantwortung für sich selbst und unsere Gesellschaft.“ (dpa)

Grünen-Experte fordert Vorbereitung für Patientenverlegungen

Der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen fordert wegen der anhaltend starken Zunahme von Corona-Infektionen umfassende Vorbereitungen für Pa­ti­en­t:in­nen­ver­le­gun­gen in andere Kliniken. Dies sei „ein koordinativer Kraftakt“, der frühzeitig und zentral gesteuert werden sollte, sagte der Bundestagsabgeordnete der Deutschen Presse-Agentur. „Es ist durchaus realistisch, dass Hunderte Patienten in Kürze verlegt werden müssen.“ Für diese Herausforderung brauche es endlich einen operativen Bund-Länder-Krisenstab, den es bereits seit Beginn der Pandemie hätte geben müssen.

„Schon nächste Woche werden zahlreiche Intensivstationen keine neuen Patienten mehr aufnehmen können“, warnte Dahmen. Im Süden und Osten des Landes reichten die Versorgungskapazitäten absehbar nicht aus. „Da wir wissen, dass etwa 0,7 Prozent aller Neuinfizierten auf der Intensivstation landen werden, können wir den Bedarf an Intensivbetten heute bereits zuverlässig für die nächsten zehn Tage vorhersagen.“ Daher müsse jetzt mit länderübergreifender Koordination und der logistischen Organisation der Patientenverteilung begonnen werden. „Das gelingt nur zentral und nicht, indem wir es auf ohnehin überlasteten Schultern abladen.“

Der Grünen-Experte kritisierte, die von Bund und Ländern gewählte Hospitalisierungsrate sei ungeeignet als zentraler Maßstab für das jetzige Krisenmanagement. „Dieser Indikator erlaubt kein frühzeitiges Agieren, nur spätes Reagieren.“ In der Ereigniskette nach einer Ansteckung sei die Krankenhausaufnahme der letzte Faktor. Zudem habe sich gezeigt, dass die Hospitalisierungsrate wegen Nachmeldungen ständig nachträglich korrigiert werden musste. Der tagesaktuelle Wert sei deutlich zu niedrig und entsprechend sehr unzuverlässig. Als Leitindikatoren seien die Sieben-Tages-Inzidenz und die Verfügbarkeit und Belegung der Intensivbetten weiterhin am sinnvollsten. (dpa)

Kinderärzte warnen vor Schulschließungen

Kinderärzte warnen eindringlich vor Schulschließungen wegen der Corona-Pandemie. „Ich plädiere dringend dafür, den Schulbetrieb während der gesamten vierten Welle aufrechtzuerhalten“, sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin, Jörg Dötsch, der „Rheinischen Post“ (Sonntag). Die Hauptansteckungen von Kindern und Jugendlichen gebe es im familiären Umfeld und in den Ferien. Die Schulen trügen sogar dazu bei, Infektionen bei Kindern zu kontrollieren. Dabei seien regelmäßiges Testen, das Tragen von Masken und Hygiene ausschlaggebend.

Auch der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte mahnte, Schulschließungen dürfen nur als allerletzte Möglichkeit zur Bewältigung der Pandemie infrage kommen. „Eine weitere Schließung wird unabsehbare Folgen für die Kinder und Jugendlichen haben“, sagte Verbandssprecher Jakob Maske der Zeitung. Er verwies auf die schweren Folgen von Lockdown-Maßnahmen. Zu beobachten seien bei den Kindern und Jugendlichen eine immense Zunahme von psychiatrischen Erkrankungen, Adipositas, Spielsucht, Lernrückstände sowie ein Aufklappen der sozialen Schere. (epd)

Brasilien: Zahl der Covidtoten auf niedrigstem Stand seit April 2020

In Brasilien entspannt sich die Coronalage angesichts steigender Impfraten. Die Gesundheitsministerium meldet 8.833 Neuinfektionen und 217 weitere Covid-19-Tote binnen 24 Stunden. Damit sinkt die Zahl der im Durchschnitt der vergangenen zwei Wochen pro Tag Verstorbenen auf 228. Das ist der niedrigste Wert seit April 2020. Auf dem Höhepunkt der Krise waren es im April diesen Jahres annähernd 3000 gewesen.

Gleichwohl ist Brasilien mit rund 22 Millionen registrierten Infektionen das weltweit am drittstärksten betroffene Land nach den USA und Indien. Bei der Zahl der Toten liegt es mit 612.587 auf Platz 2 noch vor Indien. (reuters)

Jedes dritte Präventionsangebot der Krankenkassen abgebrochen

Die Corona-Pandemie hat sich negativ auf Gesundheitsförderung und Prävention in Einrichtungen und Betrieben ausgewirkt. Im vergangenen Jahr wurde ein erheblicher Teil von Präventionsangeboten der Kranken- und Pflegekassen ausgesetzt oder abgebrochen, wie aus einer Befragung des GKV-Spitzenverbands hervorgeht, die den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Online/Montag) hervorgeht. Demnach wurden 31 Prozent der „lebensweltbezogenen“ Präventionsangebote, etwa in Kitas oder Stadtteilen, nicht über März 2020 hinaus fortgesetzt. Bei Angeboten in Betrieben waren es 36 Prozent, in stationären Pflegeeinrichtungen 24 Prozent.

Die übrigen Angebote wurden laut Befragung teilweise eingeschränkt oder in veränderter Form fortgesetzt. Auch dank einer Umstellung auf digitale Formate hätten zwei Drittel der Aktivitäten fortgeführt werden können, sagte der stellvertretende Vorsitzende des Spitzenverbands der gesetzlichen Kassen, Gernot Kiefer, den Funke-Zeitungen. Digitale Angebote seien aber kein Ersatz für Aktivitäten und Zusammenarbeit vor Ort. Zudem müsse darauf geachtet werden, dass durch digitale Angebote keine Ungleichheit bei Gesundheitschancen entstehe.

Der GKV-Spitzenverband schickte für die Untersuchung Fragebögen an 103 Kranken- und Pflegekassen. Für den Bereich der lebensweltlichen Angebote antworteten 98 Kassen, für den Bereich Betriebe 70 und für den Bereich der stationären Pflege 72. (epd)

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