■ Nach dem Waffenstillstand der ETA: Madrid lehnt vertrauensbildende Schritte ab
Madrid (taz) – Auf den unbefristeten Waffenstillstand der ETA hat Regierungschef José Maria Aznar gestern zurückhaltend reagiert. Zwar kündigte er an, er wolle „so schnell wie möglich“ alle demokratischen Parteien konsultieren, um ein gemeinsames Vorgehen abzustimmen. Doch zu ersten vertrauensbildenden Schritten scheint die Regierung Aznars nicht bereit.
So lehnte es Innenminister Jaime Mayor Oreja gestern kategorisch ab, die Polizeioperationen gegen die ETA auszusetzen. „Wir erklären keinen Waffenstillstand, denn wir leben in einem Rechtsstaat“, sagte er im spanischen Fernsehen. Auch die Forderung des Justizministers der baskischen Autonomieregierung, Sabin Intxaurraga, die auf 80 Gefängnisse in ganz Spanien verteilten 500 Gefangenen der ETA in baskische Haftanstalten zu verlegen, blieb ohne Antwort.
Ein Sprecher der Nationalisten in den baskischen Provinzen in Frankreich, der stellvertretende Bürgermeister von Biarritz, Jacques Abeberry, forderte gestern die Regierung in Paris auf, an einem „Dialog vergleichbar dem in Irland“ teilzunehmen. Doch davon möchte Frankreich nichts wissen. rw
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen