piwik no script img

Nach dem FeuerRauch gefährdet kalifornische Kinder

Nach den Waldbränden bedroht dichter Qualm die Gesundheit der Bevölkerung. Das Feuer stieß so viel Kohlendioxid aus, wie eine halbe Million Autos im Jahr

SAN DIEGO afp/ap/taz Nach den Waldbränden in Südkalifornien hat die Luftverschmutzung bedrohliche Ausmaße angenommen. Satellitenbilder zeigten am Samstag dichten Qualm über der gesamten Region. Kinder und Menschen mit Herz- und Atemproblemen wurden aufgefordert, in ihren Häusern zu bleiben und die Klimaanlagen einzuschalten.

Besonders von der Luftverschmutzung betroffen waren die Berge von San Bernardino und Teile der Bezirke Orange und Riverside. Die Universitätsklinik in San Diego berichtete von einem Anstieg der Patienten mit Atembeschwerden. Dies sei wohl auf die Waldbrände zurückzuführen, sagte Sprecherin Jackie Carr. Binnen einer Woche hätten die Brände so viel Treibhausgas in die Atmosphäre entsandt wie sonst 440.000 Autos in einem Jahr, sagte die Sprecherin der Abteilung für Luftqualität in der kalifornischen Umweltschutzbehörde, Patricia Rey. "Das ist sehr besorgniserregend."

Die Feuerwehr war in der gesamten Region weiterhin mit tausenden Löschkräften im Einsatz, das Schlimmste schien am Wochenende jedoch überstanden zu sein. Noch immer loderten Flammen, wie in Lake Arrowhead östlich von Los Angeles. Leichter Regen unterstützte an einigen Orten die Löscharbeiten. Meteorologen rechneten allerdings für die kommenden Tage wieder mit trockenerem und heißerem Wetter.

Die Zahl der offiziellen Todesopfer nach den Waldbränden stieg auf sieben. Die Behörden bestätigten, dass am Donnerstag die Leichen von vier mutmaßlichen Flüchtlingen nahe der mexikanischen Grenze gefunden wurden. Die mexikanische Regierung erklärte, elf Mexikaner würden in San Diego wegen Verbrennungen behandelt. Sie hatten versucht, während der Brände illegal die Grenze zu überqueren.

Tausende Menschen, deren Orte beim Herannahen der Feuer evakuiert worden waren, konnten inzwischen wieder zurückkehren. Rund 4.400 Menschen waren noch in 28 Notunterkünften untergebracht, andere harrten in ihren Autos auf Parkplätzen aus. In Ramona im Bezirk San Diego mussten die zurückgekehrten Bewohner feststellen, dass die Löschmannschaften zwar ihren Ort vor den Flammen gerettet, dabei aber den ganzen Wasservorrat verbraucht hatten. Wer bei der Stadtverwaltung der 10.000 Einwohner zählenden Gemeinde telefonisch nachfragte, bekam eine Ansage vom Band zu hören: "Wir haben eine extreme Wasserkrise. Die Benutzung von Wasser ist nicht gestattet."

Die Brände hatten in der zurückliegenden Woche zur größten Evakuierungsaktion in der Geschichte Kaliforniens geführt. Mehr als 200.000 Hektar Land wurden ein Raub der Flammen. Knapp 1.800 Häuser wurden zerstört.

50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen

0 Kommentare