Nach Beschluss zum Kohleausstieg: FFF demonstriert vor SPD-Zentrale

Etwa 100 Demonstrant*innen protestieren kurz nach dem Bundestagsbeschluss gegen das Kohleausstiegsgesetz. In der Kritik vor allem: die SPD.

Demonstrierende laufen auf der Straße. Einige schieben Fahrräder neben sich her.

Viele sind mit dem Rad gekommen: Protest von FFF am Freitagmittag Foto: Jannis Hartmann

BERLIN taz | Nur etwa zwei Stunden, nachdem der Bundestag das Kohleausstiegsgesetz beschlossen hat, treffen sich am Freitagmittag rund 100 Demonstrant*innen vor SPD-Parteizentrale in Berlin-Kreuzberg. Aus den Lautsprechern im grünen Lastenfahrrad hallt ein lautes „What the Fuck?!“ über die Stresemannstraße. Gemeint ist der beschlossene – und für die Kritiker viel zu späte – Kohleausstiegstermin im Jahr 2038.

Aufgerufen haben Aktivist*innen von Fridays for Future; unter den Demonstrierenden sind auch mehrere Extinction-Rebellion-Fahnen zu sehen. Die Polizei hatte die SPD-Zentrale bereits im Vorfeld abgesperrt.

„Wir haben uns vor dem Willy-Brandt-Haus getroffen, weil wir die SPD nicht aus ihrer Verantwortung entlassen wollen“, sagt Luisa Neubauer, einer der Hauptorganisatorinnen der Schulstreiks in Deutschland. Die CDU habe maßgeblich die Klimakrise mit zu verantworten; die SPD könne aber dazu gebracht werden, ein ökologisches Konzept für die Zukunft zu entwickeln, so die 24-Jährige, die mit dem Rennrad zur Demo geradelt war.

Sie ist nicht die einzige: Ein Dutzend junger Demonstrant*innen ist spontan mit dem Fahrrad zum Willy-Brand-Haus gekommen. „Wer nicht klingelt, ist für den Kohleabbau“ wird gerufen. Einige halten Plakate mit der Aufschrift „FCK 2038“ oder „2038? Schande!“ in die Höhe.

Luisa Neubauer

„Nur weil das Kohleausstiegsgesetz beschlossen ist, heißt das nicht, dass auch unser Kampf vorbei ist“

Theo, schwarzer Mundschutz, blaues T-Shirt, hatte erst eineinhalb Stunden vor Demobeginn von der Protestaktion erfahren. „Mich stört besonders, dass das Gesetz über uns hinweg entschieden wurde. Darum bin ich heute hier“, sagt der 14-Jährige, der unter anderem schon an dem großen Klimastreik von Fridays for Future im vergangenen September teilgenommen hat.

Dass er nun vor dem Willy-Brandt-Haus stehen muss, macht ihn sauer: „Das ist unsere Zukunft – nicht die derjenigen, die hier in der Parteizentrale sitzen!“

Luisa Neubauer zeigt sich trotz der Bundestagsentscheidung kämpferisch. „Nur weil das Kohleausstiegsgesetz beschlossen ist, heißt das nicht, dass auch unser Kampf vorbei ist“, sagt sie. „Das ist katastrophal, aber nicht unwandelbar. Wir werden weiterhin Druck aufbauen.“

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