: NPD tagt bei Minden
■ Parteitag am kommenden Sonntag in Rhaden / Gemeinsame Gegenveranstaltung aller Rats-Parteien
Die Republikaner ziehen mit elf Abegeordneten ins Berliner Parlament, die DVU rüstet zur Europawahl, doch auch wenn die NPD kaum noch einen Stich zu machen scheint, es gibt sie noch. Am kommenden Sonntag, den 12. Februar, trifft sich die altrechte Partei zum Bundesparteitag in Rha
den, einer 15.000 Einwohner stadt 30 Kilometer vor Minden. Tagungsort: Die Gaststätte „Letzter Heller“.
„Wir hatten keine Möglichkeit das zu verhindern“, sagt Stadtdirektor Heinz Cohrs, „da die NPD eine zugelassene Partei ist, und die Veranstaltung zudem auf privatem Grund stattfindet.“ Wenn schon nicht verhindern, dann wenigstens protestieren, wollen alle im Rhadener Rat vertretenen Parteien und der DGB gegen den rechten Parteitag. Neben einem Landeskirchenrat wird auch der CDU-Bürgermeister Wilhelm Möring auf der Veranstaltung sprechen.
Damit es nicht zu handgreiflichen Protesten gegen die Neofaschisten kommt, wird die Kundgebung um 10 Uhr im Sportzentrum der Stadt durchgeführt, das etwa einen Kilometer vom „Letzten Heller“ entfernt liegt. Die Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes, die ursprünlich direkt bei der NPD-Veranstaltung demonstrieren wollte, ließ sich überreden, statt dessen die zentrale Kundgebung zu unterstützen.
hbk
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen