piwik no script img

Mutti lebt!

Dublin (taz) – Totgesagte leben länger. Vier australische Radio- und Fernsehanstalten verbreiteten am Freitag die Nachricht, daß die Mutter der britischen Königin gestorben sei. Da das beliebte Fossil bereits 93 Jahre alt ist, stieß die Meldung vom Ableben auf keinerlei Mißtrauen. Hunderte von ZuhörerInnen riefen tief betrübt bei einer Talkshow an und bekundeten tränenreich ihre Trauer. „Mit ihrem Tod mußte man rechnen“, schluchzte Moderator John Laws. „Was soll aus der königlichen Familie nun werden?“ Noch kann die Alte bei dem maroden Windsor- Clan jedoch ein wenig für Zucht und Ordnung sorgen. In Wirklichkeit ist sie nämlich quietschlebendig. Die Ente kam zustande, als ein Australier, der beim britischen Fernsehsender „Sky News“ arbeitet, zufällig den internen Probelauf eines Videos mit dem Nachruf auf die Mutter der Nation mitbekam. Er informierte daraufhin seine eigene Mutter in Brisbane, die wiederum den lokalen Radiosender „4BH“ in Kenntnis setzte. Dadurch erfuhr es auch das staatliche Fernsehen ABC, das die Nachricht jedoch zunächst nachprüfte – ausgerechnet durch einen Anruf bei „Sky News“ in London, der von dem Australier entgegengenommen wurde, auf dessen Mist die Ente gewachsen war. Nachdem die Geschichte schließlich bumerangmäßig bis in den Buckingham-Palast vorgedrungen war, wurde sie flugs dementiert: Mutti lebt. Raso

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen