: Müller's Milch illegal
■ Ungesetzliche Becherproduktion im Müller-Werk
München (taz) — Der bayerische Landtagsabgeordnete Raimund Kamm (Die Grünen) bleibt in Sachen Müller-Milch hartnäckig. Obwohl die Großmolkerei aus dem schwäbischen Aretsried seit Monaten einen Schadensersatzprozeß gegen den Parlamentarier führt, bringt dieser immer neue Verstöße der Firma ans Licht. Eine von ihm gestellte Landtagsanfrage wurde jetzt vom bayerischen Innenministerium beantwortet. „Und daraus ist ersichtlich, daß im Ende 1991 fertiggestellten BecherwerkII der Firma Müller-Milch monatelang illegal produziert wurde.“
Das bayerische Innenministerium schreibt in seiner Antwort, daß nach der bayerischen Bauordnung eine bauliche Anlage „erst dann benutzt werden darf, wenn sie sicher benutzbar ist“. Dies ist frühestens zwei Wochen nach einer entsprechendenn Anzeige bei der Behörde der Fall.Diese Anzeige der abschließenden Fertigung liegt dem zuständigen Landratsamt in Augsburg laut Innenministerium seit dem 18.Dezember 1991 vor. Vor dem 30.12.91 hätte also in dem neuen BecherwerkII nicht produziert werden dürfen. „Aus mir vorliegenden Papieren ist jedoch ersichtlich, daß bereits viele Monate früher die Produktion begann“, empört sich Kamm. Bei Müller-Milch wurde erneut eine Stellungnahme verweigert. Klaus Wittmann
Gemeinsam für freie Presse
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen