Mittelstand in Coronapandemie: Glimpflich durch die Krise

Die deutschen Unternehmen sind laut KfW recht gut durch die Coronakrise kommen, Nun belasten aber die Lieferengpässe die Unternehmen.

Leipzig: Das Gitter eines Schaufensters an einem Ladengeschäft im Stadtzentrum ist zur Hälfte heruntergelassen

Geschlossenes Geschäft in Leipzig: Coronakrise belastet mittelständische Firmen auch in diesem Jahr Foto: Sebastian Willnow/dpa

BERLIN taz | Corona hat deutliche Spuren im deutschen Mittelstand hinterlassen. Dennoch sind die Unternehmen der staatlichen Förderbank KfW zufolge bisher recht gut durch die Krise gekommen. Sorgen bereiten jetzt vor allem die Lieferengpässe bei zahlreichen Produkten. Dazu kommt die Unsicherheit, wie es mit der Pandemie weitergeht.

Fast die Hälfte der Unternehmen ist von den Lieferengpässen betroffen, wie das Mittelstands­panel der KfW ergab. Sie haben Schwierigkeiten, Material zu beschaffen. Die Preise steigen, die Produktion ist beeinträchtigt. Ein Viertel der befragten Firmen kann deshalb eigene Liefertermine nicht einhalten. Nur 5 Prozent erwarten, dass sich noch in diesem Jahr etwas ändert. Rund 50 Prozent rechnen mit Schwierigkeiten weit ins kommende Jahr hinein.

Die Engpässe dürften die Wirtschaftserholung in den nächsten Monaten belasten, sagte KfW-Volkswirtin Fritzi Köhler-Geib. Der Ausblick für das laufende Jahr sei verhalten, 41 Prozent der Unternehmen rechneten mit schlechteren Geschäften. Mittelfristig sei er aber optimistisch. Die führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute hatten ihre Prognose für 2021 bereits in ihrem Herbstgutachten vor zwei Wochen deutlich zurückgenommen. Nach 3,7 Prozent rechnen sie nur noch mit 2,4 Prozent Wachstum in diesem Jahr. Für 2022 werden allerdings 4,8 Prozent erwartet.

Zu den Lieferengpässen kommt eine gewisse Unsicherheit, wie es mit Corona weitergeht. KfW-Chefvolkswirtin Köhler-Geib rechnet mit einem ähnlichen Verlauf wie 2020, als die Lage im Sommer weitgehend entspannt war, die Zahl der Angesteckten im Winter aber steil stieg. „Dieses Jahr sind wir aber mit höheren Impfquoten deutlich besser aufgestellt“, sagte sie. Entsprechend weniger dramatisch dürften die Folgen für den Mittelstand sein.

Mit dickerem Minus gerechnet

Waren Mitte des vergangenen Jahres noch drei Viertel aller kleinen und mittleren Unternehmen von der Pandemie betroffen, sind es jetzt nur noch 49 Prozent. Insgesamt schrumpfte der Umsatz um 277 Milliarden Euro auf 4,349 Billionen Euro, ein Minus von rund 6 Prozent. Die Unternehmen selbst hatten mit einem Minus von 12 Prozent gerechnet.

Für KfW-Chefvolkswirtin sind die vergleichsweise geringen Umsatzeinbußen ein Zeichen dafür, wie gut sich der Mittelstand an die extreme Situation unter Corona mit Lockdown anpassen konnte. „Viele Unternehmen verhinderten Schlimmeres, indem sie auf digitale Absatzkanäle gegangen sind.“ So gab es im vergangenen Jahr 31 Prozent mehr Betriebe mit Onlinehandel, der Umsatz über digitale Kanäle stieg um 24 Prozent auf 302 Milliarden Euro.

Allerdings konnten nicht alle Branchen gleichermaßen profitieren. So büßte vor allem der Dienstleistungssektor Umsatz ein, hier schlägt sich unter anderem der Lockdown nieder. Auch das verarbeitende Gewerbe schrumpfte.

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