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Matter Auftakt

Im Streik marschieren die Berliner Ärzte gerne Seite an Seite mit der Bundes-CDU. Ein Drittel der Praxen dicht

In etwa 2.000 Berliner Arztpraxen wurden gestern keine Patienten behandelt. Die Ärzte streiken. Damit folgte etwa ein Drittel der rund 6.000 niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten dem Aufruf des „Aktionsrates“ für Ostdeutschland. Bis zum Ende der Woche wollen sie für höhere Honorare und die Aufhebung aller Budgets streiten.

Die Zeit bis zur Bundestagswahl werde man insgesamt für Aktionen nutzen, sagte der Sprecher des Aktionsrates, Anton Rouwen, zur taz. Der Kardiologe aus Kreuzberg nennt sich zwar im Herzen einen Grünen, scheut aber nicht die inhaltliche Nähe zu CDU und FDP. Mit deren bundespolitischem Spitzenpersonal hatten sich in der vergangenen Woche ärztliche Standesvertreter getroffen, um die Aktionswoche abzusprechen. „Wenn FDP und CDU sich bereit finden, uns zu unterstützen, werden wir das nicht ausschlagen“, freut sich Rouwen. Zeitversetzt soll der Protest in den kommenden Tagen auch in die Praxen von Brandenburg getragen werden. Damit verlassen die Ärzte den Schmusekurs, den Ulla Schmidt (SPD) seit ihrem Amtsantritt fährt. Die Bundesgesundheitsministerin war gestern Abend bereit, eine Delegation der Demonstranten zu empfangen.

Befragt, ob nicht die Patienten Grund zum Protest hätten, gab Rouwen zu, dass nicht alle Patienten optimal behandelt werden. Um die Qualität der Versorgung zu verbessern, könne ein Ärzte-TÜV nützlich sein. Über eine regelmäßige Nachschulung „lässt sich diskutieren“, sagte Rouwen. Dies hatte kürzlich der Sachverständigenrat für die konzertierte Aktion im Gesundheitswesen gefordert.

ANNETTE ROGALLA

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