: Lokalkoloratur
Zwischen allen Stühlen findet sich jetzt der im Namen des Herrn seinen Dienst auf Erden verrichtende Erzbischof Ludwig Averkamp wieder. Wie hält er es mit dem jüngsten Votum aus Rom? „Im Augenblick verändert sich die Situation unserer 14 Schwangerschaftsberatungs-stellen in keiner Weise“, erklärte der Kirchenmann gestern. Papst Johannes Paul II. hatte in einem Brief die „eindringliche Bitte“an die deutschen Oberhirten gerichtet, künftig keine Beratungsnachweise für einen Schwangerschaftsabbruch mehr auszugeben. Die Scheine hätten eine „Schlüsselfunktion“für die straffreie Abtreibung, sie stürzten die Kirche und die Beraterinnen damit in ein „Dilemma“. Erzbischof Averkamp steht nach eigenem Bekunden voll und ganz hinter dem Anliegen des obersten Katholiken. Doch auch ein anderer Auftrag brennt ihm unter den Nägeln - „die größtmögliche Hilfe für Frauen in Konfliktsituationen“. Die Kirchenleute wollen die Weisung aus Rom erst 1999 umsetzen. lian
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Unser nächstes Ziel: 50.000 – wir brauchen nur noch 330 Freiwillige, dann haben wir es geschafft! Setzen Sie jetzt ein Zeichen für die taz und machen Sie mit. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen