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Lockerbie und kein Ende

■ Bietet Libyen „Entschädigung“ an?

New York (AP/AFP) – Steckt die libysche Führung doch hinter dem Anschlag von Lockerbie? Über fünf Jahre nachdem der Absturz eines US-Jumbos über dem schottischen Städtchen 270 Menschenleben forderte, scheint die libysche Führung ihre Verantwortung einzugestehen. Laut einem Bericht in der heute erscheinenden Ausgabe der Zeitung US News and World Report sind libysche Emissäre unterwegs, um Angehörigen der Opfer Entschädigungszahlungen anzubieten. Die Zeitung bezieht sich auf den Vorsitzenden der Vereinigung der Lockerbie-Angehörigen Bert Ammermann. Dieser behauptet, Unterhändler des libyschen Staatschefs Muammar el- Gaddafi seien dreimal an ihn herangetreten und hätten als „Wiedergutmachung“ für den Tod von Ammermanns Bruder drei Millionen US-Dollar angeboten. Er habe das Geld jedoch abgelehnt.

Die Bericht erscheint wenige Tage nachdem der UN-Sicherheitsrat die gegen Libyen verhängten Sanktionen am Freitag verlängerte. Bei Gesprächen hinter verschlossenen Türen hatten sich die Mitglieder des Sicherheitsrates in New York nicht auf einen gemeinsamen Standpunkt darüber einigen können, wo und wie die beiden von den USA und Großbritannien beschuldigten mutmaßlichen libyschen Hintermänner des Anschlags vor Gericht gestellt werden sollen. „Es gab keine Einigung darüber, ob die notwendigen Bedingungen für eine Modifizierung der Sanktionen bestehen“, sagte der Ratspräsident und russische Delegationschef Juli Woronzow. Rußland habe vorgeschlagen, den beiden Libyern in Den Haag, dem Sitz des Internationalen Gerichtshofs, den Prozeß zu machen.

Dies wird von Libyen und der Arabischen Liga befürwortet. Doch beharren Washington und London darauf, beide in den USA oder in Schottland vor Gericht zu stellen.

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