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Lob für Disziplin der NazisHitler-Foto an belgischer Kita-Wand

Eine flämische Rechtsradikale hat jahrelang eine private Kindertagesstätte betrieben – Erziehung "von der straffen Sorte" und Hitler-Foto inklusive.

"Es gab Arbeit, es gab Kindergeld, und die Kinder hörten auf ihre Eltern." So beginnt das Loblied, das Herta Van Den Bempt auf den Führer singt. Nicht allzu außergewöhnlich für ein Mitglied des rechtsextremen Vlaams Belang. Und auch die Wohnzimmerdekoration lässt diese Einstellung erwarten.

Ein Porträt Adolf Hitlers hängt an der Wand, eine Fahne des verbotenen paramilitärischen Flämisch-Nationalistischen Ordens lehnt darunter, und die Regale quellen über mit einschlägiger Literatur über den Zweiten Weltkrieg.

Bemerkenswert ist, dass dieses Wohnzimmer den Rahmen für eine Kindertagesstätte bildet. Sieben Kinder im Alter zwischen zwei und sieben Jahren empfing Van den Bempt täglich in Hoboken, einem Randbezirk von Antwerpen.

Der Hinweis eines Vaters rief den öffentlich-rechtlichen Fernsehsender VRT auf den Plan. Ein Reporter mit versteckter Kamera meldete sich zum Vorstellungsgespräch an, auf der Suche nach einem Kita-Platz für seine fiktive Tochter.

In dem fünfminütigen Filmmitschnitt, der Anfang der Woche ausgestrahlt wurde, nimmt die Tagesmutter kein Blatt vor den Mund. Sie vergleicht die Juden in Nazideutschland mit Türken und Marokkanern heute, wähnt sich angesichts der Migration "dem Ersticken nahe" und preist die Disziplin der Hitlerjugend. Auch ihre eigene Erziehungsmethode sei "von der straffen Sorte."

Der Dachverband "Kind und Familie", der die Frau als Tagesmutter registriert hatte, entzog ihr die Lizenz - und landete dennoch selbst in den Schlagzeilen. Umgehend meldete sich ein belgisch-jamaikanisches Elternpaar zu Wort, das sich bereits vor Jahren über rassistische Sprüche des Ehemanns und die Nazidekorationen beklagt hatte - ohne Ergebnis.

Eine Sprecherin erklärte, die Grenze von Diskriminierung sei schwer zu ziehen und die Kriterien für einen Lizenzentzug daher undeutlich. Die Tagesmutter selbst sagt in dem Ausschnitt, "Kind und Familie" habe ein Problem mit ihrem Hitlerfoto.

Die belgischen Medien berichteten tagelang über die "Nazi-Kita". Neben großer Empörung gab es vielfach auch die Kritik, der Journalist habe bei seiner Recherche Van Den Bempts Privatsphäre verletzt. Dazu sei die Undercover-Methode unehrlich.

Bei der Umfrage der Tageszeitung De Standaard sagten ein Drittel der Teilnehmer, Van Den Bempt könne ungeachtet ihrer Einstellungen Kinder betreuen. Eine betroffene Mutter verkündete, trotz politischer Differenzen sei sie mit der Betreuung zufrieden.

Ein bezeichnendes Licht wirft der Fall auf die extreme Rechte in Flandern und vor allem in Antwerpen. Die Metropole ist seit langem die Hochburg des radikalen flämischen Nationalismus. Der Vlaams Belang, der die Tagesmutter umgehend aus der Partei ausschloss, verbindet dabei bürgerliche und militante Teile der Bewegung.

Van den Bempts Wohnung ist dabei exemplarisch: drinnen Nazireliquien, von außen sieht man nur einen Aufkleber mit den Buchstaben VL für Flandern - wie ihn so viele haben.

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