Liebesgeschichten: Richtig oder falsch – mein Verein
Liebe und Leidenschaft empfinden Fans und Spieler für ihren Verein und tun deshalb verrückte Dinge – egal ob im Handball, Fußball oder beim Tanzen. In der fußballfreien Zeit wollen wir davon erzählen.
Als Linker wäre es ja naheliegend, St. Pauli-Fan zu sein. Doch das können nur hoffnungslose Elendsromantiker. Zudem sucht man sich seinen Verein ja nicht aus, sondern er wird einem gegeben. Und so bin ich nun mal Eintracht Braunschweig-Fan.
Das ist nicht immer leicht, denn die Südkurve ist dafür berüchtigt, dass aus ihr heraus Schmähgesänge gegrölt werden, in denen den verhassten Hannoveranern ein Hang zu Inzest unterstellt wird, dass hier pseudoironische antisemitische Transparente aufgehängt werden.
Und doch liebe ich diesen Club, verehre den besten Trainer der Welt, und bin Spiel für Spiel in meinem Block, auch wenn es nur gegen Sandhausen geht. Da stehen sie dann wieder alle: die Mitglieder des United FC, die gerne mal ein paar Flüchtlinge mit ins Stadion bringen; der Schriftstellerkollege, der stets darauf besteht, dass Jasmin Fejzić„den Fünfer nicht beherrscht; aber ganz gut auf der Linie“ ist; dieser Typ, der für ein Wettbüro in Kuala Lumpur oder London mantraartig die Spiele kommentiert sowie natürlich mein Sohn, der schon Ken Reichel aufs Spielfeld geleiten durfte. Wenn der in der 92. Minute den Siegtreffer erstolpert, explodiert das Stadion mal wieder und in unserem Block geht es drunter und drüber. Spätestens dann weiß ich, dass ich hier genau richtig bin – und dass die Eintracht der großartigste Fußballverein von allen ist. Und dass die meisten Fans – meine Familie – sowieso die geilsten sind! Und die paar Probleme kriegen wir auch noch in den Griff. Axel Klingenberg
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