: Leichen auf den Straßen
In der indonesischen Provinz Kalimantan fordert die Jagd auf Zuwanderer mindestens 165 Tote
SAMPIT ap ■ Im indonesischen Teil der Insel Borneo haben die Kämpfe zwischen dem einheimischen Volk der Dayak und Zuwanderern aus anderen Landesteilen nach offiziellen Angaben bislang mindestens 165 Tote gefordert. Tausende Menschen befinden sich auf der Flucht. Die ins Leichenschauhaus der Stadt Sampit eingelieferten Opfer seien teilweise stark verstümmelt, teilte die Polizei mit. Weitere Tote lägen noch auf den Straßen.
Ein aufgebrachter Mob jage Einwanderer von der Insel Madura, sagte ein Sprecher des Krankenhauses in Sampit. Augenzeugen berichteten, mit Macheten bewaffnete Dayak-Männer würden die Köpfe ihrer enthaupteten Opfer durch die Stadt tragen.
Die jüngsten Zusammenstöße zwischen Dayak und Zuwanderern begannen am Sonntag. Gestern wurden Schiffe der Marine in Sampit erwartet, um tausende Flüchtlinge zu evakuieren.
Tödliche Kämpfe zwischen den Dayak und den Zuwanderern, die vor allem von der Insel Madura stammen, gibt es seit Jahren. Die Umsiedlungen gehen auf den Diktator Suharto zurück, der damit überbevölkerte Gebiete entlasten wollte.
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