Iranische Spielfilme auf der Berlinale Godard auf Iranisch „Roya“ und „Cesarian Weekend“ sind zwei mutige iranische Underground-Produktionen. Einmal naturalistisch, einmal surreal gedreht. Von Andreas Fanizadeh 18.2.2026
DDR-Dissident und Künstler Hans Ticha Soldaten ohne Köpfe AgitPop gegen den Autoritarismus: Eine Retrospektive des DDR-Dissidenten und Künstlers Hans Ticha ist jetzt in Rostock und bald in Nürnberg zu sehen. Von Jakob Hoffmann 18.2.2026
Boykott der Fußball-WM 2026 in Mexiko Ihr Problem liegt vor der Haustür Kolumne Latin Affairs von Wolf-Dieter Vogel In Mexiko-Stadt drohen Sex-Arbeiter*innen mit Protesten und einem Boykott während der Fußball-WM. Mit ihrer Kritik sind sie nicht allein. 18.2.2026
Feministischer Film aus Kasachstan „Ich habe Hoffnung, dass sich Dinge ändern“ „River Dreams“ ist der erste kasachische Dokumentarfilm auf der Berlinale. In ihm inszenieren Kristina Mikhailova und Dana Sabitova Frauen als Flüsse. Interview von Silvia Hallensleben 18.2.2026
Film „Liebhaberinnen“ nach Jelinek-Roman Fingernägel und gebrauchtes Badewasser im Verkauf Kühl im Blick, aber mit Mitgefühl: Die Romanadaption von Elfriede Jelineks „Liebhaberinnen“ erzählt von Ausbeutung und weiblicher Solidarität. Von Arabella Wintermayr 18.2.2026
Dokumentarfilm „Bucks Harbor“ Das ist eine Männerwelt Der amerikanische Dokumentarfilm „Bucks Harbor“ von Pete Muller begleitet Fischer in Maine. Ihre raue Schale müssen sie sich oft zulegen. Von Sara Piazza 18.2.2026
Film „Meine Frau weint“ Die Geschichte ist der Dialog Angela Schanelec inszeniert ihren Film „Meine Frau weint“ um die eigentliche Handlung herum. Sie überrascht immer wieder im Detail. Von Barbara Schweizerhof 18.2.2026
Der Gaza-Krieg in der Kultur Und wieder ein offener Brief Über 80 Filmschaffende unterzeichnen einen offenen Brief an die Berlinale. Der Vorwurf: Das Festival positioniere sich nicht ausreichend zu Gaza. 18.2.2026
9-Stunden-Film auf der Berlinale Bomben, Flugzeuge, Schüsse und Schreie Regisseur Haile Gerima schildert im Dokumentarfilm „Black Lions, Roman Wolves“ die Verbrechen während der italienischen Besetzung Äthiopiens (Forum). Von Michael Meyns 17.2.2026
Veröffentlichung der Epstein-Files Wir werden zu Wölfen gemacht Kolumne Feed Interrupted von Annekathrin Kohout Daten als Rohmaterial für die Reaktionsmaschinerie der sozialen Medien: Die Epstein Files lösen die Grenze zwischen Aufklärung und Ragebait auf. 10.2.2026
Kunst in Krisen- und Kriegszeiten Die Kultur bleibt wehrhaft Kolumne Eastsplaining von Yelizaveta Landenberger Autoritäre, prorussische Regime schränken Kultur zunehmend ein. Wie die Kunst sich dagegen wehren kann, damit beschäftigte sich ein Symposium in München. 8.2.2026
Sowjetische Nostalgie Lenin – ewig lebendig Kolumne Unendliche Geschichte von Irina Scherbakowa In der Perestroika schien es, als wäre Russland bereit für einen Abschied vom Lenin-Kult. Doch Putin nutzt ihn wieder für seine Erinnerungspolitik. 4.2.2026
Memoiren von Gisèle Pelicot „Liebe ist meine mächtigste Rüstung“ Mehr als ein Jahr nach Ende des Prozesses veröffentlicht Gisèle Pelicot ihre Memoiren. Obwohl ihr Unvorstellbares geschah, ist sie voller Hoffnung. Von Valérie Catil 17.2.2026
Neuer Roman von Abbas Khider Papier auf der Flucht Ein Junge, seine Familie und die Mudschaheddin, die das Kalifat ausrufen. Khiders Roman „Der letzte Sommer der Tauben“ funktioniert wie eine Flaschenpost. Von Dirk Knipphals 16.2.2026
Nachruf auf Cees Nooteboom Der europäische Tramp Cees Nooteboom liebte das Reisen und schrieb darüber sowie über seine Kriegserfahrungen. Nun ist der niederländische Schriftsteller im Alter von 92 Jahren verstorben. Von Jan Feddersen 12.2.2026
Doku „Forest Up in the Mountain“ Ermittlungen in Patagonien Der Dokumentarfilm „Forest up in the Mountain“ bietet Einblicke in Fälle von Plünderung und territorialer Vertreibung in Argentinien (Forum). Von Eva-Christina Meier 16.2.2026
Debatte um Wim Wenders' Aussage Wie politisch darf die Berlinale sein? Kommentar von Derya Türkmen Im Umgang mit Politik zeigt die Berlinale sich seit Jahren unentschlossen. Gerade wenn es um Gaza geht. Dabei wäre eine klare Position möglich. 15.2.2026
Berlinale-Absage von Arundhati Roy Der Jurypräsident laviert herum Die indische Schriftstellerin bleibt der Berlinale fern. Der Grund: Jurypräsident Wim Wenders hatte sich nicht zu Gaza positionieren wollen. 15.2.2026
Teilzeit-Debatte Der Verlust, wenn Arbeit (nicht) verweigert wird Schon vor 120 Jahren wünschten sich die Menschen, weniger zu arbeiten. Von jenen, die diesem Wunsch nachgehen konnten, profitiert unsere Kultur bis heute. Von Klaus Hillenbrand 13.2.2026
Krise der Kritik Lesen und lesen lassen Essay von Tilman Baumgärtel Kann man mit elaborierten Kulturtexten in Zeiten von Social Media denn gar keine Aufmerksamkeit mehr erhaschen? Ein Hilferuf aus den Content-Minen. 11.2.2026
Bewährungsstrafe wegen Satire Comedian zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt Der persische Poet Ferdosi wird in Iran bis heute als Nationaldichter verehrt. Satire über ihn hat für eine Bloggerin nun juristische Folgen. 9.2.2026
Neues Album von Kapa Tult Den Zweifel umarmen Die Indieband Kapa Tult aus Leipzig findet auf ihrem neuen Album „Immer alles gleichzeitig“ über den Raumklang zu sich selbst. Die Texte liefern Antworten auf die Krisen der Gegenwart. Von Ann-Kathrin Leclere 15.2.2026
Neues Peaches-Album „Sie benötigen eimerweise Gleitmittel“ Die 59-jährige kanadische Wahlberlinerin Peaches im Gespräch über hängende Brüste, reaktionäre Politik, Jüdischsein und sexy Texte auf ihrem neuen Album. Interview von Julian Weber 14.2.2026
Martialische Drogenrazzia in Augsburg Bayerische Polizei legt vorzeitiges Osterei Eine Razzia der Polizei in der preisgekrönten Augsburger Kulturinstitution City Club läuft aus dem Ruder: 200 Beamte halten rund 150 Gäste fest. Von Moritz Martin 10.2.2026
China-Ausstellung in Hamburg Wider das Klischee des rückständigen „ewigen China“ Hamburgs ethnologisches Museum zeigt erstmals seine chinesischen Offsetdrucke aus den 1920ern. Sie galten als zu „modern“ und blieben lange unbeachtet. Von Petra Schellen 10.2.2026
Wissenschaftlerin über Jagdtrophäen „Koloniale Trophäen sind Machtsymbole“ Jagen und der Kult darum bedienen unterschiedliche symbolische Ebenen. Silke Förschler erklärt, woher sie kommen und was sie bedeuten. Interview von Amanda Böhm 10.12.2025
Münchner Fotografieschau über Haiti Den Exotismus überblenden Die Fotografin Leonore Mau bereiste in den 1970ern Haiti. Das Kunstkollektiv U5 nimmt in ihrer kritischen Ausstellung im Münchner Lenbachhaus auf ihre Arbeit bezug. Von Hilka Dirks 5.12.2025
Mit den Erben über NS-Raubgut geeinigt Georg Kolbes Tänzerinnenbrunnen wird restituiert Nach Kritik wegen des Umgangs mit seiner Objektgeschichte gibt Berlins Georg Kolbe Museum dessen Tänzerinnenbrunnen jetzt an die Erben zurück. 16.2.2026
Zum Tod von Henrike Naumann Viel zu spät, viel zu früh Henrike Naumann sollte als erste ostdeutsche Frau den Deutschen Pavillon der Biennale von Venedig bespielen. Nun ist die Installationskünstlerin überraschend verstorben. Von Hilka Dirks 16.2.2026
Puppen-Spezial am Deutschen Theater Pittiplatsch und die glühend erhoffte Reh-Migration Das Deutsche Theater Berlin verhilft mit der Festivalreihe „Puppen-Spezial“ einem wenige beachteten Subgenre zu größerer Aufmerksamkeit. Von Tom Mustroph 16.2.2026
Begegnungen in der Deutschen Bahn Glückliche Sardinen in der Intercity-Dose Kolumne Szene von Klaus Esterluss Das Leben kann man auch in vollen Zügen genießen. Sogar mit Fußballfans. Zumindest, wenn es alte Bekannte sind. 17.2.2026
Blackouts im Winter Wenn auch noch der Strom ausfiele Kolumne Szene von Gaby Coldewey Bei Minusgraden ist es unangenehm, wenn Warmwasser oder Elektrizität ausfallen. Anders als in der Ukraine werden Probleme jedoch meist schnell behoben. 10.2.2026
Berlin Weichselplatz Die Eroberung des Südpols Kolumne Szene von Henning Brüns Ist das noch Neukölln oder schon die Antarktis? Eisig peitscht einem der Wind ins Gesicht, während man über die Gehwege schlittert. 9.2.2026