piwik no script img

Kultur statt Gen

Nicht der Wolf im Mann ist schuld an der Unterdrückung der Frau. Auch nicht die männlichen Gene und ihr Verlangen nach Selbstreproduktion, wie die These eines Debattenbeitrags vom 26.10. auf dieser Seite behauptet. Vielmehr, so die Kulturwissenschaftlerin Stefanie Remlinger, müssen politische, inhaltliche und moralische Fragen in einer Kultur ständig neu ausgehandelt werden. Sie sieht in biologistischen Ansätzen den Versuch, grundsätzliche Differenzen zwischen den Kulturen zu leugnen und Universalien zu postulieren. Auch in linken Kreisen werden solche Ansätze immer wieder gerne diskutiert. Weil wir uns so nicht mit den Schwierigkeiten im Zusammenleben unterschiedlichster Kulturen auseinandersetzen müssen. Unser Unbehagen beruhigen wir mit der moralischen Keule: Liebe deinen Nächsten, sei tolerant, verständnisvoll...

Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen