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Krebserregende Lernfortschritte

■ Berufsbildungszentrum asbestverseucht / Behörde rätselt über Ursache

Weiterbildungswillige öffentlich Bedienstete in Sachen „Elektronische Datenverarbeitung“ und anderen behördennützlichen Fähigkeiten müssen sich vorerst ein neues Domizil suchen. Wegen akuter Asbestgefahr ist das Berufsbildungszentrum am Doventorsteinweg, in dem das Bremer „Ausbildungs- und Fortbildungszentrum“ sein Zuhause hat, auf unbestimmte Zeit geschlossen.

Bei Messungen des Hauptgesundheitsamts im Block C des BBZ waren am Montag in zwei Klassenräumen und den Fluren Asbestkonzentrationen in der Luft gemessen worden, die weit über den zulässigen Grenzwerten für den hochgradig kreberregenden Stoff liegen. Bei den gefunde

nen Asbestfasern handelt es sich um Blauasbest, die gefährlichste aller Asbestsorten. Eine zweite, gründlichere Messung nahm gestern der TÜV Norddeutschland vor. Ihre Auswertung wird allerdings frühestens in einer Woche vorliegen. Mindestens bis dahin bleiben Block C und der baugleiche, derzeit aber ohnehin ungenutzte Block B dicht.

Besonders peinlich an der Angelegenheit: Das BBZ gehört zu den wenigen öffentlichen Gebäuden in Bremen, bei denen in der Vergangenheit durch umfangreiche Sanierungsarbeiten „Asbestfreiheit“ garantiert werden sollte: Mehrere Millionen investierte der Senat 1982 in die Sanierungsarbeiten. Die Quelle der jetzt ge

messenen Asbestfasern war den Behörden denn gestern auch ein völliges Rätsel. „Möglicherweise ist seit 1982 bloß nicht Staub gewischt worden“, hoffte die Sprecherin der Gesundheitssenatorin, Helga Loest, auf Staubreste der Sanierungsmaßnahmen. Möglich sei allerdings auch, daß irgendein asbestisolierter Lüftungsschacht seinerzeit einfach übersehen worden sei.

Der Bremer Senat beschloß bereits am Dienstag, ein vollständiges „Asbestkataster“ für Bremens öffentliche Gebäude erstellen zu lassen. Außerdem wurde ein Fonds mit jährlich zwei Mio. Mark für die dringendsten Sanierungsmaßnahmen eingerichtet.

K.S.

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