: Krabbenfischer bald besiegelt
Ernährung Gutachter sagen, Krabbenfischerei sei nachhaltig. Naturschützer haben Bedenken
Hans-Ulrich Rösner, WWF
dpa | Krabbenfischer aus Deutschland, Dänemark und den Niederlanden sollen das MSC-Siegel für nachhaltige Fischerei bekommen. Das hätten Gutachter empfohlen, die die Voraussetzungen für das Siegel prüfen, teilte die Erzeugergemeinschaft der Deutschen Krabbenfischer GmbH in Cuxhaven mit.
„Das ist ein bemerkenswerter Erfolg, denn mehr als 400 Fischereibetriebe aus drei Ländern haben sich dem Zertifizierungsprozess gestellt“, sagte Geschäftsführer Dirk Sander am Mittwoch. Mit der Empfehlung sei die erste große Hürde des Verfahrens genommen. In den kommenden fünf Jahren müssten aber noch weitere Bedingungen erfüllt werden.
Das MSC-Siegel gilt als einziges weltweit anerkanntes Zertifikat für nachhaltig gefangenen Wildfisch. Es zeigt Verbrauchern, dass der Fisch aus gesunden Beständen stammt, der mit umweltfreundlichen und schonenden Methoden befischt wird. Bisher waren nationale Anerkennungsversuche in den Niederlanden und Deutschland erfolglos geblieben.
Zusammen mit Dänemark machten die drei Wattenmeeranrainer 2015 einen neuen, gemeinsamen Anlauf. Seit 2016 wirtschaften mehr als 400 Betriebe nach einem trilateralen Managementplan. Die Vorgaben schreiben unter anderem ein Bestandsmanagement, ein unabhängiges Kontrollsystem und technische Maßnahmen vor. Dazu gehören etwa größere Maschenweiten der Netze und verbesserte Fanggeschirre, die weniger stark den Meeresboden umpflügen.
Naturschützer beim WWF begrüßten die MSC-Empfehlung, sehen aber die Bedingungen für eine ökologisch zertifizierte Krabbenfischerei noch nicht erfüllt. „Regeln zur Bestandsschonung sind gut, aber es gibt noch keine Regeln für einen besseren Schutz der Nationalparks“, sagte WWF-Wattenmeerexperte Hans-Ulrich Rösner.
Dazu gehöre etwa die Anerkennung fischereifreier Zonen in diesen Schutzgebieten. Außerdem lande noch zu viel Beifang in den Netzen, wenn sich dort kleine Fische und wirbellose Tiere verfingen und verendeten. In den kommenden Wochen seien weitere Gespräche zu diesen wichtigen Punkten nötig.
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